Montag, 30. November 2009

Cannabis: Anbauen für die Medizin

Neuheiten in der Cannabis-Medizin bei Cultiva-Messe in Wien - Klassischer Einsatz liegt in der Schmerztherapie
Wien - Seit Jahrtausenden sind die Wirkstoffe des Hanfs (Cannabis sativa) bekannt. Die lange "verteufelte" Pflanze feiert nun ein langsames, aber erfolgreiches Comeback in der Medizin. Bei der Cultiva-Messe, die vom 27. bis 29. November in Vösendorf nahe Wien stattfindet, werden Neuheiten in der Cannabis-Medizin von Experten der Öffentlichkeit präsentiert.

Kontrollierter Anbau in Holland
"Cannabis, das in der Medizin verwendet wird, wird in Glashäusern in Holland kontrolliert angebaut", so der Allgemeinmediziner Kurt Blaas, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft "Cannabis als Medizin". Der kontrollierte Anbau gewährleistet eine reine Sorte mit den gleichen Gehalten an Inhaltsstoffen. Dies sei für die medizinische Anwendung wichtig.

Einsatz in der Schmerztherapie
"Eine Hanfplanze liefert zwischen 40 und 60 verschiedene Cannabinoide. Zwei der Substanzen, Dronabinol und Cannabidiol, werden in der Medizin angewendet", so Blaas. Das Dronanbinol - auch Delta-9-THC genannt - ist ein aus der Pflanze gewonnener Wirkstoff, der sich für verschiedene Leiden anwenden lässt. "Die Substanz wirkt muskelrelaxierend, beruhigend, stimmungsaufhellend, appetitanregend, übelkeitshemmend, schmerzstillend, bronchienerweiternd und augeninnendrucksenkend", erklärt der Arzt.

"Eine Überdosis ist praktisch ausgeschlossen", so Blaas. Der klassische Einsatz liege ganz sicher in der Schmerztherapie. Aber auch MS-Patienten bringe es eine Erleichterung, da Dronabinol die Tagesmüdigkeit verringert und gegen Depressionen hilft. "Auch in der Geriatrie hat sich Dronabinol aufgrund der relaxierenden Wirkung bewährt und bringt im Vergleich mit chemischen Keulen zum Ruhigstellen deutliche Vorteile."

Kontrolle des Cannabis-Gebrauchs durch Arzt
Für eine Legalisierung von Cannabis tritt Blaas nicht ein, wohl aber für eine Entkriminalisierung. "Wir wollen das natürliche Cannabis für die medizinische Anwendung fördern, denn dadurch ergibt sich eine breitere Behandlungspalette", erklärt der Mediziner. Es müsse die therapeutische Sicherheit gewährleistet werden. "Dazu gehört der kontrollierte Anbau, um eine kontinuierliche Qualität zu sichern. Zudem muss die medizinische Anwendung auf alle Fälle von qualifizierten Ärzten kontrolliert werden."

Kein Freibrief zum Kiffen
Einen Freibrief zum Kiffen gibt der Mediziner nicht. "Eine physische Abhängigkeit von Cannabis gebe es zwar nicht, eine psychische jedoch schon. "Ein klassischer Joint liefert zwischen 80 und 150 Milligramm Cannabis, die medizinisch wirksame Dosis liegt hingegen zwischen 7,5 und 30 Milligramm", erklärt Blaas. Zudem liefere ein Joint 20 mal mehr Ammoniak, drei- bis fünfmal mehr Stickstoffmonoxid und Blausäure als eine Zigarette.

Bio-Tranquillizer bei richtigen Dosis
"Man hört immer wieder, dass Cannabis Angstzustände auslösen kann", meint der Mediziner. Das treffe bei hoher Dosierung auch wirklich zu. "Wir haben allerdings sehr gute Erfolge bei der Behandlung von Depressionen, Panikreaktionen, Angstattacken und auch bei Burn-Out." Man könne Cannabis in der richtigen Dosierung als idealen Bio-Tranquillizer ohne Nebenwirkung bezeichnen.

"Wir müssen endlich davon loskommen, beim Stichwort Cannabinoide sofort an Rauschgift zu denken", bringt der Wiener Schmerzmediziner Hans-Georg Kress vor. "Die Substanzen sind wirksame Arzneimittel für kranke Menschen." (pte)

Cannabis - Therapeutische Nutzung - Euronews - 08/06

Interessanter Euronews-Bericht über die therapeutische Nutzung von Cannabis als Medizin in den Niederlanden

Sonntag, 29. November 2009

Cannabis in der Medizin – Medikament ja oder nein?

Hanf gilt als Droge, dass sie aber auch in der Medizin eingesetzt werden kann, ist mittlerweile doch recht bekannt. Dennoch ist es schwierig bis unmöglich Cannabis als Medizin zu nutzen. In früheren Jahrhunderten war Cannabis eine gängige Medizin, die in vielen verschiedenen Bereichen zum Einsatz kam. Im Laufe des 20. Jahrhundert wurde Cannabis dann durch eine Vielzahl neuer Medikamente ersetzt und später sogar verboten. Es gibt aber einige Anwendungsgebiete, bei denen Cannabis eine gute Wirkung erzielt mit vergleichsweise wenigen Nebenwirkungen.


Cannabis kann angewendet werden, wenn Patienten unter Appetitlosigkeit leiden Dies ist zum Beispiel bei Aids und Krebserkrankungen der Fall. Durch die Einname von Cannabis wird der Appetit angeregt und Patienten berichten davon, dass sie wieder anfingen zu essen. Schon bei einer Tagesdosis von 5mg THC kann man diesen Effekt beobachten.

Wenn Patienten unter zu hohem Augeninnendruck leiden wurde beobachtet das durch örtliche Anwendung dieser zurückging und auch bei Glaukompatienten keine Auswirkung auf Blutdruck und Stimmung hat.

Auch bei Patienten mit Epilepsie wurde beobachtet, dass diese durch die Einnahme von Cannabis für die Betroffenen kontrollierbarer wurden. Da es bei einigen aber auch Anfälle auslöste, muss hier eine Einzelfallentscheidung getroffen werden.
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Cannabis hat die Wirkung die Bronchien zu erweitern und ist deswegen auch bei Asthma gut einsetzbar. 15mg THC oral zugenommen (in Form von Rauchen oder inhalieren bei Verdampfen) haben eine ähnliche Wirkung wie einige bekannte Asthmamittel. Die Wirkung hält dann wohl etwa 2 Stunden an.

Auch bei reaktiven Depressionen zeigt Cannabis durch die stimmungsaufhellende Wirkung gute Ergebnisse, wie viele Patienten berichten.

Auch wenn unter einem Teil der Bevölkerung Cannabis als Einstiegsdroge bezeichnet wird, kann es genauso Ausstiegsdroge sein, denn Cannabis kann die Entzugssymptome bei Alkohol- oder Opiatabhängigkeit bekämpfen.

Natürlich hat der Einsatz von Cannabis als Medikament auch Nebenwirkungen. Allgemein ist es aber gut verträglich. Vor allem bei zu hohen Dosen kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Eine Marihuanazigarette schädigt die Atemwege ungefähr so, wie drei Tabakzigaretten. Wird Cannabis durch Verdampfen inhaliert oder oral zu sich genommen, tritt keine Schädigung der Atemwege auf. Des Weiteren können auftreten Blutdruckabfall, Reizung der Bindehaut und Beschleunigung des Pulses.
Da der Besitz und das Kaufen von Cannabis nach wie vor strafbar sind, wird es auf dem illegalen Markt erworben. Man kann dann nicht genau feststellen welchen THC-Gehalt das Cannabis enthält, so dass die Dosierung schwierig ist.

Einige Personengruppen ist die Nutzung von Cannabis als Medikament abzuraten. Dazu gehören Schwangere oder stillende Mütter, Herzkranke und Menschen mit Psychosen.

Hanfmesse Die Allmacht einer Pflanze


Drei Tage lang steht die Eventpyramide Vösendorf im Zeichen des Hanfblatts. Denn bereits zum zweiten Mal geht hier die Hanfmesse über die Bühne. Ist das denn auch legal?

Dafür, dass der Hanfpflanze eine beruhigende Wirkung nachgesagt wird, sind die wartenden Besucher vor der Pyramide ganz schön ungeduldig. Denn eine Viertelstunde nach der offiziellen Eröffnung ist der Eingang noch immer verschlossen. Schließlich gehen dann doch die Türen auf. Die Hanfmesse "Cultiva" ist eröffnet.

Voller Tatendrang bringen die Standler noch ihre Bereiche auf Vordermann. Schließlich soll heute alles glänzen. Vor allem die Rauchutensilien. Und von denen stehen hier ja genug herum. Doch blickt man um die nächste Ecke, könnte man meinen, man hat sich auf eine Landwirtschaftsmesse verirrt. Vom Düngemittel, über Mini-Gewächshäuser bis hin zum optimalen Lichtsystem gibt es hier alles, was man braucht, um eine einzige Pflanzenart wachsen zu lassen.

Hanfschokolade und Hanfbier
„Die Pflanze ist’s wert“, sagt Messe-Organisator Harry Schubert. „Sie hat ein großes Spektrum an Einsatzmöglichkeiten". Tatsächlich ist Hanf ein Allround-Gewächs. „Die Pflanze ist sehr genügsam“, erklärt Wolfgang Reiter, der mit seinem Kollegen Robert Preissler Kostproben von Hanfschokolade, Hanfbier und geschälten Hanfsamen anbietet. Es gibt auch Pullover, Taschen und sogar Matratzen aus Hanf. „Es ist eine allmächtige Pflanze“, scherzt Preissler.

Jeder weiß es, keiner sagt es
Der Großteil der Besucher und der Standler widmet sich anderen Eigenschaften der Hanfpflanze, ohne sie jemals beim Namen zu nennen. „Wir haben hier alles, was es gibt. Und es geht auch alles gleich gut weg“, erzählt Daniel vom „Bushplanet“-Stand etwas kryptisch. Hier gibt es Bongs, Pfeifen, Papers und Samen in jeder erdenklichen Ausführung. Das Geschäft läuft gut, von Wirtschaftskrise hier also keine Spur. „Genuss wird es immer geben“, sagt Standler Tamim Gardizi. Selbst sein Haustier ist davon überzeugt. „Mein Kanarienvogel frisst auch Hanfsamen“, scherzt er.

Keine Drogendealer
Von einer dunklen, kriminellen Unterwelt ist die Messe weit entfernt. „Es gibt keine illegalen Objekte, Substanzen oder Handlungen auf dieser Messe“, betont Schubert. „Das würde genau dem schaden, was mein Vorhaben ist. Nämlich so vielen Menschen wie möglich die Hanfpflanze näher zu bringen und nicht hier einen engen Drogenkreis zu fördern.“ Das bestätigt der wienweb.at-Riechtest. Auffällige Wölkchen gibt es keine. Im draußen gelegenen Raucherzelt riecht es auch nur nach Tabak und Kaffee.

Funkelnde Augen
Die Besucher marschieren stattdessen mit funkelnden Augen an den Ständen vorbei, lassen sich als Hobbybauern beraten und sammeln Werbegeschenke. „Ich schaue mal, ob ich irgendwas Schönes zum Anziehen finde“, sagt Dominik mit einem Grinsen im Gesicht. Dann fügt er hinzu: „Oder auch etwas anderes.“ Nicole Köhn vom Deutschen Hanfverband ist begeistert. „Es ist alles sehr offen. Es ist wie Weihnachten“. In Deutschland wäre eine Messe dieser Art niemals denkbar, meint sie.

Österreich liberaler als andere
Schubert schätzt Österreich als eher liberal ein, was Hanf betrifft. „Wir haben Gesetze, die eindeutig regeln, dass der Konsum, der Erwerb und der Besitz verboten sind“, erklärt er. Anders als in vielen anderen europäischen Ländern gebe es Grenzmengen, medizinischen Hanf und kommerziellen Anbau. „Das ist ein großer Fortschritt und bewirkt einen humanen Umgang mit Hanf.“

„Hanf macht glücklich“
Legal oder illegal, die Hanfpflanze zieht an. Denn über alle drei Tage erwarten Veranstalter und Standler ein volles Haus. Die Leute freuen sich, ganz gleich ob sie mit sonderbaren Utensilien oder einer netten Umhängetasche nach Hause gehen. Besucher Matthias ist sich in einer Sache nämlich ganz sicher: „Hanf macht glücklich“.

Donnerstag, 26. November 2009

Cannabis zur Traumabewältigung für die Soldaten in Afghanistan

Die Tagesschau berichtet, dass immer mehr Bundeswehrsoldaten an traumatischen Erlebnissen leiden würden. Für 4500 Soldaten gäbe es nur einen Psychiater, der sich ihrer annehmen kann. Dieses Jahr sei eine Zunahme der sogenannten posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) um 30 Prozent zu verzeichnen, so die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf eine Anfrage im Verteidigungsausschuss des Parlaments. Soldaten müssen nicht mehr leiden: Mit einem ungewöhnlichen Mittel werden schon jetzt israelische Soldaten, die unter psychischen Kriegsfolgen leiden, behandelt. Cannabis soll helfen die schweren posttraumatischen Stress-Syndrome (PTSD) abzubauen, berichtete der Spiegel-Online im Jahre 2004.

Der israelische Forscher und Entdecker des THC, Rafael Meshulam, hatte damals mit Cannabis im Tierversuch gute Erfolge erzielt und wollte dies auch an freiwilligen Soldaten testen. Bislang sind keine Forschungsergebnisse veröffentlicht worden, allerdings gelten bei dem Gesundheitsministerium Israels “Joints” schon länger als Sinnvoll für Schmerzlinderung bei bestimmten chronischen Erkrankungen.

Mittwoch, 25. November 2009

Kaufe Amerikanisches Marihuana - Eine spezielle Botschaft der Amerikanischen Cannabiszüchtergemeinschaft

"Video"Über Facebook kam eine spezielle Mitteilung von der AMGA, der Amerikanischen Grasanbauer Vereinigung um Marihuana illegal und die Preise hoch zu halten:

Regierung genehmigt Marihuana-Joints für Schmerzbehandlung

TEL HASCHOMER (inn) - Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt dürfen bestimmte Patienten im Scheba-Krankenhaus in Tel HaSchomer bei Tel Aviv ab sofort Marihuana rauchen. Das Krankenhaus hatte als erstes in Israel ein Protokoll zum medizinischen Umgang mit Marihuana entworfen.
Regierung genehmigt Marihuana-Joints für Schmerzbehandlung
Dieses wurde vom Gesundheitsministerium bewilligt. Sollte ein Patient zur medizinischen Behandlung Marihuana benötigen, wird der zuständige Arzt die entsprechende Genehmigung beim Ministerium beantragen, das meldet die Tageszeitung "Ha´aretz".

Patienten in ambulanter Behandlung dürfen ihren Joint dann im Raucherraum des Krankenhauses rauchen. Kranke in stationärer Behandlung dürfen bei offenem Fenster nur in Privatzimmern rauchen.

Laut dem Bericht stellt das Passivrauchen von medizinischem Marihuana keine Gefahr dar. Dies sei dem Personal erklärt worden. Eine Sorge sei jedoch, dass das Rauchen selbst dem Patienten schaden könnte. Itay Gur-Arie, Leiter der Schmerzabteilung, sprach hier von einem Dilemma, allerdings sei dies das geringere von zwei Übeln. "Wenn wir über das Rauchen von einem oder zwei Joints am Tag sprechen, glauben wir nicht, dass das dem Patienten kurzfristig schadet", so Gur-Arie.

Derzeit werden im Scheba-Krankenhaus auch fünf Vaporisatoren eingesetzt, die das Inhalieren des Marihuana-Dampfes ermöglichen. Dadurch kann auf das Rauchen verzichtet werden.

Das Krankenhaus hatte im Rahmen eines Pilotprojektes im vergangenen halben Jahr 20 Patienten mit der pflanzlichen Droge erfolgreich behandelt.

Krankenhaus-Patienten dürfen erstmals Gras rauchen


Israel
Die Legalisierung des Cannabis-Konsums zu medizinischen Zwecken in Israel schreitet weiter voran. Am Sheba-Krankenhaus in Tel Hashomer ist es Patienten ab sofort gestattet, Marihuana zu rauchen. Im Rahmen eines Pilotprojekts sind dort im vergangenen halben Jahr bereits 20 Kranke mit der weichen pflanzlichen Droge behandelt worden.

Israel ist neben den Niederlanden, Deutschland, Kanada und einigen US-Bundesstaaten eines der ersten Länder auf der Welt, das den medizinischen Gebrauch von Marihuana gestattet.

Als erstes israelisches Krankenhaus hat Sheba eine formale Regelung zum medizinischen Umgang mit Cannabis entworfen, die bereits vom Gesundheitsministerium bewilligt wurde. Wenn ein Patient Marihuana benötigt – so sieht es das Protokoll vor -, wird ihm der zuständige Arzt die notwendige Erlaubnis vom Ministerium verschaffen. Ambulante Patienten können ihre Joints im Raucherraum des Krankenhauses rauchen, stationäre tun dies in ihren jeweiligen Zimmern nahe einem offenen Fenster.

Dem Krankenhauspersonal wurde klar gemacht, dass das passive Rauchen von Gras oder Haschisch keine Gefährdung darstellt. Eine ernster zu nehmende Sorge ist freilich, dass das Rauchen der Droge dem Patienten selbst schaden könnte. Dazu mein Dr. Itay Gur-Arie, der Leiter der Schmerzabteilung: „Das ist sicher ein Dilemma, aber es ist das geringere von zwei Übeln. Wenn man etwa einen oder zwei Joints am Tag raucht, glauben wir nicht, dass das den Patienten kurzfristig schadet."

Die Israelische Vereinigung für die Förderung von medizinischem Cannabis, die von Anfang an in das Projekt involviert war, sammelt derzeit Geld für Maschinen, die das Marihuana vaporisieren und somit die Inhalierung des Dampfes erlauben, ohne dass ein Joint angezündet werden muss. Fünf solcher Vaporisatoren werden bereits im Sheba-Krankenhaus eingesetzt.

Der 51jährige behinderte Armeeveteran Ran Gottlieb aus Gan Yavneh, der vor drei Monaten wegen einer schmerzhaften Rückenwirbelverletzung ins Krankenhaus eingeliefert worden war, hat seine Erfahrungen mit der Cannabis-Behandlung als sehr wohltuend empfunden. „Es half mir mit den Schmerzen, reduzierte erheblich die Krämpfe und verbesserte meine Stimmung", sagt er.

Dienstag, 24. November 2009

Wissenschaft: Cannabisextrakt Sativex kann Schmerzen von Krebspatienten reduzieren


Eine klinische Studie mit dem Cannabisextrakt Sativex bei Krebspatienten, die bereits im Jahr 2005 auf der Internetseite des Unternehmens GW Pharmaceuticals und in den IACM-Informationen veröffentlicht worden war, wurde nun in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht. Insgesamt wurden 177 Patienten, die an Schmerzen litten, die nicht ausreichend mit Opiaten kontrolliert werden konnten, in eine zweiwöchige Plazebo-kontrollierte Studie aufgenommen. Sie erhielten entweder Sativex, das gleiche Mengen an THC und CBD enthält (n = 60), einen THC-reichen Cannabisextrakt (n = 58) oder ein Plazebo (n = 59). Die Patienten nahmen während der Studie weiterhin ihre übrigen Schmerzmedikamente ein.

Die durchschnittliche Reduzierung der Schmerzen auf einer numerischen Skala war in der Sativex-Gruppe verglichen mit der Placebo-Gruppe signifikant überlegen ( -1,37 gegenüber -0,69). Die durchschnittliche Reduzierung in der THC-Extraktgruppe war dem Placebo nicht signifikant überlegen (-1,01 gegenüber -0,69). Verglichen mit der Placebo-Gruppe zeigten zweimal so viele Patienten, die Sativex (THC/CBD) einnahmen, eine Verbesserung der Schmerzreduzierung gegenüber dem Ausgangswert um mehr als 30 Prozent (43 Prozent gegenüber 21 Prozent), während es nur 23 Prozent in der THC-Gruppe waren. Die Forscher folgerten, dass ihre "Studie zeigt, dass THC:CBD-Extrakt wirksam bei der Linderung von Schmerzen bei Patienten mit fortgeschrittenem Krebs, die nicht vollständig durch starke Opiate gelindert werden, sein kann".

(Quelle: Johnson JR, Burnell-Nugent M, Lossignol D, Ganae-Motan ED, Potts R, Fallon MT. Multicenter, Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled, Parallel-Group Study of the Efficacy, Safety, and Tolerability of THC:CBD Extract and THC Extract in Patients With Intractable Cancer-Related Pain. J Pain Symptom Manage, 4. November 2009 [Elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

IACM: Ein neuer Artikeltyp gibt Hintergrundinformationen zu neuen wichtigen Forschungsergebnissen


Ein neuer Artikeltyp gibt Hintergrundinformationen zu neuen wichtigen Eine neue Art von Artikeln ("Artikel des Monats"), die im Allgemeinen einmal monatlich veröffentlicht und von dem neu gebildeten Herausgeberbeirat ausgewählt werden, wird das Herz der IACM-Online-Zeitschrift Cannabinoids. Diese Artikel sollen kurz über eine wichtige Veröffentlichung in einer anderen Zeitschrift mit Bedeutung für die medizinische Verwendung von Substanzen (Cannabis, Cannabinoide, etc.), die das Endocannabinoidsystem beeinflussen, berichten. Artikel des Monats sollen im Allgemeinen von Mitgliedern des Herausgeberbeirats geschrieben werden, können jedoch auch von eingeladenen Autoren abgefasst werden. Sie sollen wie die IACM-Informationen in fünf Sprachen erscheinen.

Der erste Artikel mit dem Titel "THC kann Symptome der Schizophrenie verbessern" von Franjo Grotenhermen wurde am 21. November veröffentlicht. Mitglieder des Herausgeberbeirats sind: Arno Hazekamp, Barbara Costa, Beat Lutz, Bela Szabo, Daniela Parolaro, Donald Abrams, Ethan Russo, Franjo Grotenhermen, Javier Fernández-Ruiz, John Zajicek, Kirsten Müller-Vahl, Manuel Guzman , Mark Ware, Mauro Maccarrone, Philip Robson, Raphael Mechoulam, Richard E. Musty, Robert Melamede, Roger Pertwee, Ruth Ross, Vincent Maida, Vincenzo Di Marzo, William Notcutt.

Innsbruck: Hanf: Neuer Wirkmechanismus von Inhaltstoffen für die Behandlung entzündlicher Erkrankungen gefunden


Die ForscherInnen der Sektion für Biologische Chemie des Biozentrums Innsbruck haben in Zellkulturen die Wirkung von Cannabinoiden, das sind Inhaltsstoffe von Cannabis (Hanf), untersucht. Dabei analysierten und verglichen sie THC (delta-9-Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol). THC ist der aus Blüten von Cannabispflanzen isolierbare Wirkstoff, der aus rechtlichen Gründen mit aufwendigen Verfahren aus THC-armem Nutzhanf gewonnen werden muss. Die entzündungshemmende Wirkung von THC ist bereits bekannt, THC ist außerdem schmerzlindernd, hemmt Übelkeit und Erbrechen und wirkt stimmungsaufhellend. Als Betäubungsmittel ist es verschreibungspflichtig und wird vor allem bei AIDS, COPD und Krebserkrankungen verabreicht. Daneben reduziert THC muskuläre Krämpfe bei Multipler Sklerose sowie bei Querschnittslähmungen und zeigt Wirkung bei akuter Migräne. Unerwünschte Wirkungen von THC reichen von Benommenheit, Euphorie bis zu Gedächtnisstörung, Koordinationsstörungen und Lethargie. Bei entsprechender Anfälligkeit kann es auch zu Angst- und Panikreaktionen kommen. Diese psychoaktiven Eigenschaften schränken die therapeutische Anwendung von THC ein und rückten das die Psyche nicht beeinträchtigende CBD in den Mittelpunkt des Interesses der internationalen Pharmaforschung.

Lebensqualität der PatientInnen verbessern
Die Ergebnisse der Innsbrucker ForscherInnen belegen, dass THC und CBD unter anderem das Tryptophan abbauende Enzym Indolamin-2,3-dioxygenase (IDO) in stimulierten Immunzellen hemmen. Tryptophan ist eine Aminosäure, die nur über die Nahrung aufgenommen werden kann und die im Körper unter anderem als Vorläufer für verschiedene Botenstoffe dient. Die Hemmung des immunologisch induzierten Tryptophanabbaus durch Cannabinoide deutet auf einen neuen Aspekt deren neurologischer Wirkung hin: Durch eine erhöhte Verfügbarkeit von Tryptophan bei PatientInnen unter Therapie mit THC oder CBD könnte die Serotoninbildung und damit das serotonerge System profitieren. Die Wirkung von CBD ist um das zwei- bis vierfache stärker als bei THC. Dieser Befund steht in engem Zusammenhang mit der beobachteten Hemmung der T-Zell Aktivierbarkeit und damit der antientzündlichen Kapazität dieser Wirkstoffe. „Die Hemmung des Tryptophanabbaus durch Cannabinoide könnte daher bei Patienten mit verschiedensten chronischen Immunpathologien und assoziierten neuropsychiatrischen Symptomen die Lebensqualität verbessern“, ist Forscher Dietmar Fuchs überzeugt.

Anwendungsmöglichkeit erweitert
„Unsere vielversprechenden Ergebnisse könnten die therapeutischen Anwendungsmöglichkeit von Cannabinoiden deutlich erweitern“, sagt Fuchs. „Deren Einsatz könnte bei verschiedensten Erkrankungen erwogen werden, die mit einer chronisch aktivierten Immunreaktion verbunden sind, so zum Beispiel bei Infektionskrankheiten, Sepsis, Autoimmunitätsyndromen und bösartigen Tumorerkrankungen, aber auch bei neurodegenerativen Erkrankungen.“ Bei diesen Krankheiten korreliert der gesteigerte Tryptophanabbau in der Regel mit dem Ausmaß und der Aktivität der Erkrankung sowie mit der Lebensqualität der Patienten. Der von Marcel Jenny im Team von Dietmar Fuchs und seinen MitarbeiterInnen entdeckte neue Wirkungsmechanismus für Inhaltstoffe von Cannabis wurde kürzlich im Journal of Neuroimmunology publiziert.

Marihuana als Alternative zum Therapeuten?

Cannabis könnte Posttraumatische Belastungsstörungen lindern
Eine Studie der Psychologin Irit Akirav von der Universität Haifa zeigt, wie Cannabis bei der Behandlung Posttraumatischer Belastungsstörungen (PTBS oder PTSD) helfen könnte. Diese entstehen, wenn Menschen lebensbedrohlichen Situationen ausgesetzt sind - etwa bei Naturkatastrophen, Attentaten oder Kriegsgeschehnissen. Vor Allem bei Soldaten, die im Irak oder in Afghanistan stationiert waren, nahm die Zahl solcher Erkrankungen in den letzten Jahren stark zu.
Akirav beschäftigt sich seit Langem mit der Wirkung von Cannabinoiden auf das Gedächtnis, erlernte Reaktionen und Traumata. In einer zusammen mit der Studentin Eti Ganon-Elazar durchgeführten und im Journal of Neuroscience veröffentlichten Studie[1] legt sie nun dar, dass die Aktivierung von Cannabinoid-Rezeptoren im basolateralen Kernkomplex der Amygdala (BLA) den verstärkenden Effekt von Stress bei der Konditionierung ausgleicht.

Für die Studie untersuchten die Beiden an einer Gruppe von Ratten, wie lange diese benötigten, um ein traumatisches Erlebnis ohne Hilfe zu bewältigen. Dazu wurden die Tiere in einem auf der einen Seite weiß und auf der anderen schwarz gestrichenen Käfig gegeben. Man setzte die Ratten im weißen Bereich aus, worauf hin diese sich - ihrem Instinkt folgend - in die schwarze Hälfte aufmachten, wo sie jedoch mit einem Stromstoß begrüßt wurden. Diese Stromstöße führten zu einer temporären Meidung des schwarzen Bereichs, die jedoch relativ schnell wieder verlernt wurde.

Eine zweite Gruppe von Ratten setzte man nach dem Stromstoß auf ein schmales Podest, was zum traumatischen Erlebnis Stress hinzufügte. Diese zweite Gruppe hielt sich sehr viel länger vom schwarzen Raumteil fern als die erste. Eine dritte Gruppe von Ratten behandelte man wie die zweite, injizierte ihnen aber das synthetische Marihuana in die Amygdala, bevor man sie auf das Podest setzte. Obwohl die Ratten aus dieser Gruppe ebenfalls dem zusätzlichen Stress ausgesetzt waren, überwanden sie ihre Angst vor dem schwarzen Raumteil ähnlich schnell wie diejenigen aus der ersten.

Den Ansatz, Posttraumatische Belastungsstörungen medikamentös zu bekämpfen, verfolgt man bereits seit Jahren mit verschiedenen Substanzen, darunter das Stresshormon Cortisol und der Betablocker Propranolol, bei dem ähnliche Experimente vielversprechende Ergebnisse lieferten. Auch mit Cannabis hatte der Pharmazeut Rafael Meshulam an der Jerusalemer Universität bereits vor Jahren positive Wirkungen erzielt, als er es traumatisierten Mäusen verabreichte.

In Kroatien dürfen Kriegsveteranen mit Posttraumatischen Belastungsstörungen mittlerweile sogar Marihuana zur Selbstbehandlung züchten. Das entschied im Sommer der Obersten Gerichtshofes des Landes in einem Berufungsverfahren gegen einen Mann, der im Jugoslawienkrieg gekämpft hatte und seitdem an einer PTBS leidet. Insgesamt sollen in dem Land etwa 18.000 ehemalige Soldaten teilweise deutlich erwerbsfähigkeitsmindernde PTBS-Symptome aufweisen, weitere 1.700 verübten seit Kriegsende Selbstmord.

Montag, 23. November 2009

Anwendung von Cannabis bei der Schmerztherapie


Die Wirkung der Hanfpflanze ist Medizinern und Ärzten bereits seit vielen Jahrtausenden vertraut. Lang verteufelt und geächtet feiert sie nun eine erfolgreiche Wiederkehr in der Medizin. In Kürze werden bei einer Messe, die in der Nähe von Wien stattfindet, neue Errungenschaften in Bezug auf die Cannabis-Medizin von Wissenschaftlern der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Ein Allgemeinmediziner, der zugleich auch Vorstand der Arbeitsgemeinschaft „Cannabis als Medizin“ ist, äußerte sich positiv zum kontrollierten Anbau der Hanfpflanze für die Medizin, die in Gewächshäusern in Holland gezüchtet wird. Er erklärte, dass der kontrollierte Anbau eine absolut reine Gattung garantiere, die für den medizinischen Gebrauch eine bedeutende Rolle spiele. Zusätzlich liefere Cannabis zwischen 40 und 60 verschiedene Cannabinoide, die teilweise auch in der Medizin verwendet werden. Nach Angaben des Arztes wirkt der Hauptbestandteil muskelrelaxierend, beruhigend, stimmungsaufhellend, appetitanregend, übelkeitshemmend sowie schmerzstillend, bronchenerweiternd und augeninnendrucksenkend.

Bedenken einer Überdosis habe der Allgemeinmediziner nicht, da bei einer Schmerztherapie auf genaueste Beigaben geachtet werde. Auch Patienten, die unter MS leiden, bringe die Therapie spürbare Erleichterung gegen die Tagesmüdigkeit und Depressionen. In der Geriatrie sorgt die Substanz der Cannabispflanze aufgrund ihrer relaxierenden Wirkung deutlich mehr für Ruhigstellung als ihre chemischen Brüder und Schwestern. Einen Freibrief zum Kiffen gäbe es laut Angaben des renommierten Mediziners natürlich nicht, da ein herkömmlicher Joint, der zwischen 80 und 150 Milligramm beinhalte mit einer wirksamen medizinischen Dosis, die bei maximal 30 Milligramm liegt, nicht zu vergleichen wäre.

Cannabis: Anbauen für die Medizin

Neuheiten in der Cannabis-Medizin bei Cultiva-Messe in Wien - Klassischer Einsatz liegt in der Schmerztherapie

Wien - Seit Jahrtausenden sind die Wirkstoffe des Hanfs (Cannabis sativa) bekannt. Die lange "verteufelte" Pflanze feiert nun ein langsames, aber erfolgreiches Comeback in der Medizin. Bei der Cultiva-Messe, die vom 27. bis 29. November in Vösendorf nahe Wien stattfindet, werden Neuheiten in der Cannabis-Medizin von Experten der Öffentlichkeit präsentiert.

Kontrollierter Anbau in Holland
"Cannabis, das in der Medizin verwendet wird, wird in Glashäusern in Holland kontrolliert angebaut", so der Allgemeinmediziner Kurt Blaas, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft "Cannabis als Medizin". Der kontrollierte Anbau gewährleistet eine reine Sorte mit den gleichen Gehalten an Inhaltsstoffen. Dies sei für die medizinische Anwendung wichtig.

Einsatz in der Schmerztherapie
"Eine Hanfplanze liefert zwischen 40 und 60 verschiedene Cannabinoide. Zwei der Substanzen, Dronabinol und Cannabidiol, werden in der Medizin angewendet", so Blaas. Das Dronanbinol - auch Delta-9-THC genannt - ist ein aus der Pflanze gewonnener Wirkstoff, der sich für verschiedene Leiden anwenden lässt. "Die Substanz wirkt muskelrelaxierend, beruhigend, stimmungsaufhellend, appetitanregend, übelkeitshemmend, schmerzstillend, bronchienerweiternd und augeninnendrucksenkend", erklärt der Arzt.

"Eine Überdosis ist praktisch ausgeschlossen", so Blaas. Der klassische Einsatz liege ganz sicher in der Schmerztherapie. Aber auch MS-Patienten bringe es eine Erleichterung, da Dronabinol die Tagesmüdigkeit verringert und gegen Depressionen hilft. "Auch in der Geriatrie hat sich Dronabinol aufgrund der relaxierenden Wirkung bewährt und bringt im Vergleich mit chemischen Keulen zum Ruhigstellen deutliche Vorteile."

Kontrolle des Cannabis-Gebrauchs durch Arzt
Für eine Legalisierung von Cannabis tritt Blaas nicht ein, wohl aber für eine Entkriminalisierung. "Wir wollen das natürliche Cannabis für die medizinische Anwendung fördern, denn dadurch ergibt sich eine breitere Behandlungspalette", erklärt der Mediziner. Es müsse die therapeutische Sicherheit gewährleistet werden. "Dazu gehört der kontrollierte Anbau, um eine kontinuierliche Qualität zu sichern. Zudem muss die medizinische Anwendung auf alle Fälle von qualifizierten Ärzten kontrolliert werden."

Kein Freibrief zum Kiffen
Einen Freibrief zum Kiffen gibt der Mediziner nicht. "Eine physische Abhängigkeit von Cannabis gebe es zwar nicht, eine psychische jedoch schon. "Ein klassischer Joint liefert zwischen 80 und 150 Milligramm Cannabis, die medizinisch wirksame Dosis liegt hingegen zwischen 7,5 und 30 Milligramm", erklärt Blaas. Zudem liefere ein Joint 20 mal mehr Ammoniak, drei- bis fünfmal mehr Stickstoffmonoxid und Blausäure als eine Zigarette.

Bio-Tranquillizer bei richtigen Dosis
"Man hört immer wieder, dass Cannabis Angstzustände auslösen kann", meint der Mediziner. Das treffe bei hoher Dosierung auch wirklich zu. "Wir haben allerdings sehr gute Erfolge bei der Behandlung von Depressionen, Panikreaktionen, Angstattacken und auch bei Burn-Out." Man könne Cannabis in der richtigen Dosierung als idealen Bio-Tranquillizer ohne Nebenwirkung bezeichnen.

"Wir müssen endlich davon loskommen, beim Stichwort Cannabinoide sofort an Rauschgift zu denken", bringt der Wiener Schmerzmediziner Hans-Georg Kress vor. "Die Substanzen sind wirksame Arzneimittel für kranke Menschen."

Weltrekord im Jointrauchen: US Marihuana Patient

Am 20. November 2009 hat Irvin Rosenfeld, ein Börsenmakler aus Florida, den Weltrekord für den Konsum von Cannabiszigaretten gesetzt.

Die Bundesregierung der Vereinigten Staaten hat Rosenfeld und drei weitere US-Bürger seit Dekaden mit der rauchbaren Cannabismedizin versorgt. Irv Rosenfeld bezieht seine Medizin seit 27 Jahren und ist damit der am längsten bekannte Cannabispatient.

Einer von Vier Patienten wurde intensiv Untersucht im Jahre 2001 durch die Organisation “Patienten ohne Zeit” als Teil der “Missoula Studie“. Irv befand sich in einem sehr guten gesundheitlichen Zustand für einen Mann in seinem Alter. Alle medizinischen Untersuchungen wurden von unabhängigen Stellen durchgeführt, da die US Behörden niemals eine solche gesamtübersichtliche Untersuchung gefordert hatten. Dadurch konnten sie auch nicht die Effizienz des Pflanzenprodukts, das sie da medizinisch verabreichen, durch den sogenannten “Compassionate New Drug Program” der Arzneimittelzulassungsbehörde FDA, entdecken.

115.000 Joints in 27 Jahren konsumiert
Irv hat irgendwann am 20. November 2009 die Anzahl von Einhundert und Fünfzehn Tausend “Joints” oder Marihuanazigaretten konsumiert. Alle 115.000 Zigaretten wurden ihm durch von Bundesbehörden zugelassenen Ärzte verschrieben und von Cannabispflanzen an der Universität von Mississipi in einer Versuchsumgebung hergestellt.

Als Direktor der Lobbyorganisation der Cannabispatienten “Patients Out of Time” und als Cannabispatient selbst sagte Irv “Ich kann die Ablehnung meiner Bundesregierung gegenüber den Gebrauch von medizinischem Marihuana für die Kranken und Sterbenden der USA nicht fassen. Meine Erfahrung des Gebrauchs ist: das Mindern meiner negativen Symptome, die es mir Ermöglichen, ein nützliches Mitglied der Gesellschaft zu sein. Dies muss auch für alle anderen Kranken möglich sein, basierend auf der Entscheidung von medizinisch Ausgebildeten und nicht Geleitet oder Behindert durch das Diktat der Strafverfolgungsbehorden, die keine Sensibilität gegenüber den Kranken haben oder auch nur den Funken einer Ausbildung um in eine Doktor-Patienten-Beziehung und Behandlungsoptionen einsicht zu haben.”

115.000 und weiter Steigend. Wann haben die Kranken ohne den Namen Rosenfeld die Möglichkeit, ihre Cannabismedizin zu bekommen?

Sonntag, 22. November 2009

USA: Polizei gegen Ärzte


Wenn es um den Status von Marihuana als Klasse 1 Droge geht, ist es jetzt ein Kampf zwischen Strafrechtlern und Doktoren.
Am 17.11.2009, eine Woche nach den Anrufen der Aktivisten hat die Drogenkontrollbehörde der USA (Drug Enforcement Agency - DEA) ihre Webseite aktualisiert, um die neuesten Standpunkte der Amerikanischen Ärztegesellschaft “AMA” wiederzuspiegeln. Die Ärztegesellschaft verlangt eine Überprüfung des Klasse I Status von Marihuana. Klasse 1 bedeutet, keine medizinische Nutzen.

Die Aktualisierung entfernt mehrere Referenzen zur AMA, wie “die AMA empfiehlt, dass Marihuana eine Klasse 1 - kontrollierte Substanz bleibt” und “die AMA lehnt Vorschläge von Marihuana als Medizin ab”. Diese Änderungen kamen nach über einer Woche nachdem die AMA ihre neue Position zu Marihuana veröffentlicht hatte.

Wenn es um den Status von Marihuana als Klasse 1 Droge geht, ist es jetzt ein Kampf zwischen Strafrechtlern und Doktoren. Die Polizei sagt, es hätte keinen medizinischen Wert, aber die Doktoren - die es ja wohl wissen müssen - sagen es hat einen Wert, oder wollen zumindest eine Überprüfung durch die Regierung. Und wiedereinmal liegt es an den Befürwortern des medizinischen Marihuanas, sich zu wundern, was die Strafverfolgungsbehörden überhaupt in dieser Debatte zu suchen haben. Es wird interessant, wie die DEA die neue Position der AMA beschreiben wird.

Das Marihuana Policy Projekt wird es euch wissen lassen.

Cops vs. Doctors

Grüne: Haltung der Obama-Administration zur medizinischen Verwendung von Cannabis auch für Deutschland vorbildlich


US-Regierung stellt medizinischen Gebrauch von Cannabis straffrei
Die neue US-Regierung hat Gesetze einiger Bundesstaaten zur medizinischen Verwendung von Cannabis erlaubt. Menschen, die Cannabis aus medizinischen Gründen gebrauchen, gehen straffrei aus. Die Regierung von George W. Bush hatte diese Gesetze nicht anerkannt und die Bestrafung von Cannabis-Konsumentinnen und -konsumenten verlangt.

Die neue Entscheidung der amerikanischen Regierung ist richtig. Sie sollte auch hierzulande Schule machen. Eine gesetzliche Regelung zur straffreien medizinischen Nutzung von Cannabis in Deutschland ist überfällig. Zwar wurde die medizinische Verwendung von Cannabis in den letzten Jahren in Deutschland erleichtert. Zuletzt haben Anfang 2009 einige Patientinnen und Patienten erstmalig die Erlaubnis erhalten, Cannabisblüten aus der Apotheke zu beziehen.

Das Antragsverfahren hierfür ist jedoch nach wie vor bürokratisch und dauert in der Regel mehrere Monate. Die bisweilen erheblichen Kosten der Behandlung mit einem Cannabispräparat müssen zudem von den Patientinnen und Patienten selbst getragen werden. Derzeit liegen die Kosten für 5 Gramm Cannabis beim Bezug über eine Apotheke zwischen 80 und 110 Euro.

Ein zugelassenes und damit von den Krankenkassen zu bezahlendes Medikament auf Basis von Cannabis existiert bislang nicht. Wir fordern daher nach wie vor eine gesetzliche Regelung, bei der der Erwerb, Anbau und Besitz von Cannabis zur medizinischen Verwendung straffrei bleibt, wenn der behandelnde Arzt die Verwendung von Cannabis empfiehlt.

Samstag, 21. November 2009

Cannabis für Medizin sehr wichtig


Mit einer Hetzkampagne wurde die Pflanze seit den 1940er Jahren verteufelt. Nun feiert sie ein langsames, aber erfolgreiches Comeback in der Medizin. Bei der Cultiva-Messe, die vom 27. bis 29. November in Wien über die Bühne geht, werden Neuheiten in der Cannabis-Medizin von Experten der Öffentlichkeit präsentiert.

Cannabis, das in der Medizin verwendet wird, wird in Glashäusern in Holland kontrolliert angebaut", so der Allgemeinmediziner Kurt Blaas, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft "Cannabis als Medizin", gegenüber pressetext. Der kontrollierte Anbau gewährleistet eine reine Sorte mit den gleichen Gehalten an Inhaltsstoffen. Dies sei für die medizinische Anwendung wichtig.

Zwei Substanzen Dronabinol und Cannabidiol
"Eine Hanfplanze liefert zwischen 40 und 60 verschiedene Cannabinoide. Zwei der Substanzen, Dronabinol und Cannabidiol, werden in der Medizin angewendet", so Blaas. Das Dronanbinol - auch Delta-9-THC genannt - ist ein aus der Pflanze gewonnener Wirkstoff, der sich für verschiedene Leiden anwenden lässt. "Die Substanz wirkt muskelrelaxierend, beruhigend, stimmungsaufhellend, appetitanregend, übelkeitshemmend, schmerzstillend, bronchienerweiternd und augeninnendrucksenkend", erklärt der Arzt.

"Eine Überdosis ist praktisch ausgeschlossen", so Blaas. Der klassische Einsatz liege ganz sicher in der Schmerztherapie. Aber auch MS-Patienten bringe es eine Erleichterung, da Dronabinol die Tagesmüdigkeit verringert und gegen Depressionen hilft. "Auch in der Geriatrie hat sich Dronabinol aufgrund der relaxierenden Wirkung bewährt und bringt im Vergleich mit chemischen Keulen zum Ruhigstellen deutliche Vorteile."

Cannabis-Gebrauch muss von Mediziner kontrolliert werden
Für eine Legalisierung von Cannabis tritt Blaas nicht ein, wohl aber für eine Entkriminalisierung. "Wir wollen das natürliche Cannabis für die medizinische Anwendung fördern, denn dadurch ergibt sich eine breitere Behandlungspalette", erklärt der Mediziner. Es müsse die therapeutische Sicherheit gewährleistet werden. "Dazu gehört der kontrollierte Anbau, um eine kontinuierliche Qualität zu sichern. Zudem muss die medizinische Anwendung auf alle Fälle von qualifizierten Ärzten kontrolliert werden."

Einen Freibrief zum Kiffen gibt der Mediziner nicht. "Eine physische Abhängigkeit von Cannabis gebe es zwar nicht, eine psychische jedoch schon. "Ein klassischer Joint liefert zwischen 80 und 150 Milligramm Cannabis, die medizinisch wirksame Dosis liegt hingegen zwischen 7,5 und 30 Milligramm", erklärt Blaas. Zudem liefere ein Joint 20 mal mehr Ammoniak, drei- bis fünfmal mehr Stickstoffmonoxid und Blausäure als eine Zigarette.

Unbegründete Angst vor Panikattacken durch Überdosis
"Man hört immer wieder, dass Cannabis Angstzustände auslösen kann", meint der Mediziner. Das treffe bei hoher Dosierung auch wirklich zu. "Wir haben allerdings sehr gute Erfolge bei der Behandlung von Depressionen, Panikreaktionen, Angstattacken und auch bei Burn-Out." Man könne Cannabis in der richtigen Dosierung als idealen Bio-Tranquillizer ohne Nebenwirkung bezeichnen.

"Wir müssen endlich davon loskommen, beim Stichwort Cannabinoide sofort an Rauschgift zu denken", bringt der Wiener Schmerzmediziner Hans-Georg Kress vor. "Die Substanzen sind wirksame Arzneimittel für kranke Menschen."

AMA (American Medical Association) fordert Überprüfung des Betäubungsmittelstatus von Cannabis

So langsam bewegt sich ‘was!
Nach 72 Jahren Leugnung des medizinischen Nutzens von Cannabis hat die größte Ärzte-Organisation Amerikas, die AMA (American Medical Association), nun ihre Haltung gegenüber Cannabis geändert!

Sie empfiehlt der Regierung nun den Betäubungsmittelstatus zu überprüfen und Cannabis aus der ‘Schedule I’-Klasse herauszunehmen, denn alle Substanzen darin sind per Definition ohne jeglichen medizinischen Nutzen und sehr gefährlich.

Das diese Fehleinstufung, noch aus Zeiten und durch Machenschaften eines Herrn Harry J. Anslingers, nicht den aktuellen seriösen Forschungsergebnissen und praktischen Erfahrungen vieler Cannabisnutzer/-patienten entspricht, war dies längst überfällig.

Die AMA ist aber nicht die erste Organisation, die diesen Schritt macht. Im Februar 2008 hat Amerikas zweitgrößte Ärztevereinigung, das American College of Physicians (ACP) eine Überprüfung des Betäubungsmittelstatus gefordert, im Juni 2008 hat die Medical Student Section (MSS) als großer Teilbereich der AMA dieses Vorhaben ebenfalls schon unterstützt.

Die mögliche Umstufung, über die noch nicht endgültig entschieden ist, wird in Amerika neue seriöse Forschungen auf dem Gebiet Cannabis und Cannabinoidmedikamente anstoßen und verhilft Ärzten zu mehr Rechtssicherheit in Bezug auf Cannabis.

Dies wird in Amerika für weiteren ‘frischen Wind’ in der Diskussion um "Marijuana" sorgen, die Nutzung für medizinische Zwecke erleichtern und auch der allgemeinen Legalisierungsbewegung helfen.
Was bedeutet das für uns in Deutschland?
Direkt erstmal nichts.
Bis in Deutschland ein ähnlicher, längst überfälliger Schritt einer wichtigen Ärztevereinigung dahingehend unternommen wird, können noch Jahre vergehen.

Allerdings waren und sind die USA wegen ihres "Gewichtes" in der Welt, das Land, das die weltweite Cannabis-Ächtung in ihrem Sinne erst durchgesetzt hat und es wird eine Signalwirkung auf andere Länder und zeitlich verzögert letztendlich auch auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben, dann mit Wirkung auf nahezu alle Länder der Erde (Mitgliedsstaaten).

Bisher waren die Patienten die Opfer, nun scheint ein Umdenken statt zu finden, eine Rückbesinnung auf "Patienten dürfen unter Politik nicht leiden".

Der Druck auf die Kriminalisierungs- und Dämonisierungsbefürworter wächst beständig und nimmt ihnen zunehmend mehr verbale Scheinargumente-Munition im unmenschlich geführten politischen Kampf gegen das "Wunderkraut" Hanf.

Cannabis feiert Comeback als Medizin


Cultiva-Messe: Umfangreiche Anwendungsmöglichkeiten von Hanf
Wien (pte/21.11.2009/06:05) - Seit Jahrtausenden sind die Wirkstoffe des Hanfs (Cannabis sativa) bekannt. Mit einer Hetzkampagne wurde die Pflanze seit den 1940er Jahren verteufelt. Nun feiert sie ein langsames, aber erfolgreiches Comeback in der Medizin. Bei der Cultiva-Messe , die vom 27. bis 29. November in Wien über die Bühne geht, werden Neuheiten in der Cannabis-Medizin von Experten der Öffentlichkeit präsentiert.

Cannabis, das in der Medizin verwendet wird, wird in Glashäusern in Holland kontrolliert angebaut", so der Allgemeinmediziner Kurt Blaas, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft "Cannabis als Medizin" http://www.cannabismedizin.at, gegenüber pressetext. Der kontrollierte Anbau gewährleistet eine reine Sorte mit den gleichen Gehalten an Inhaltsstoffen. Dies sei für die medizinische Anwendung wichtig.

Zwei Substanzen Dronabinol und Cannabidiol
Eine Hanfplanze liefert zwischen 40 und 60 verschiedene Cannabinoide. Zwei der Substanzen, Dronabinol und Cannabidiol, werden in der Medizin angewendet", so Blaas. Das Dronanbinol - auch Delta-9-THC genannt - ist ein aus der Pflanze gewonnener Wirkstoff, der sich für verschiedene Leiden anwenden lässt. "Die Substanz wirkt muskelrelaxierend, beruhigend, stimmungsaufhellend, appetitanregend, übelkeitshemmend, schmerzstillend, bronchienerweiternd und augeninnendrucksenkend", erklärt der Arzt.

"Eine Überdosis ist praktisch ausgeschlossen", so Blaas. Der klassische Einsatz liege ganz sicher in der Schmerztherapie. Aber auch MS-Patienten bringe es eine Erleichterung, da Dronabinol die Tagesmüdigkeit verringert und gegen Depressionen hilft. "Auch in der Geriatrie hat sich Dronabinol aufgrund der relaxierenden Wirkung bewährt und bringt im Vergleich mit chemischen Keulen zum Ruhigstellen deutliche Vorteile.

Cannabis-Gebrauch muss von Mediziner kontrolliert werden
Für eine Legalisierung von Cannabis tritt Blaas nicht ein, wohl aber für eine Entkriminalisierung. "Wir wollen das natürliche Cannabis für die medizinische Anwendung fördern, denn dadurch ergibt sich eine breitere Behandlungspalette", erklärt der Mediziner. Es müsse die therapeutische Sicherheit gewährleistet werden. "Dazu gehört der kontrollierte Anbau, um eine kontinuierliche Qualität zu sichern. Zudem muss die medizinische Anwendung auf alle Fälle von qualifizierten Ärzten kontrolliert werden."

Einen Freibrief zum Kiffen gibt der Mediziner nicht. "Eine physische Abhängigkeit von Cannabis gebe es zwar nicht, eine psychische jedoch schon. "Ein klassischer Joint liefert zwischen 80 und 150 Milligramm Cannabis, die medizinisch wirksame Dosis liegt hingegen zwischen 7,5 und 30 Milligramm", erklärt Blaas. Zudem liefere ein Joint 20 mal mehr Ammoniak, drei- bis fünfmal mehr Stickstoffmonoxid und Blausäure als eine Zigarette.

Unbegründete Angst vor Panikattacken durch Überdosis
"Man hört immer wieder, dass Cannabis Angstzustände auslösen kann", meint der Mediziner. Das treffe bei hoher Dosierung auch wirklich zu. "Wir haben allerdings sehr gute Erfolge bei der Behandlung von Depressionen, Panikreaktionen, Angstattacken und auch bei Burn-Out." Man könne Cannabis in der richtigen Dosierung als idealen Bio-Tranquillizer ohne Nebenwirkung bezeichnen.

"Wir müssen endlich davon loskommen, beim Stichwort Cannabinoide sofort an Rauschgift zu denken", bringt der Wiener Schmerzmediziner Hans-Georg Kress vor. "Die Substanzen sind wirksame Arzneimittel für kranke Menschen."

Freitag, 20. November 2009

Cannabis in der Medizin – Medikament ja oder nein?


Hanf gilt als Droge, dass sie aber auch in der Medizin eingesetzt werden kann, ist mittlerweile doch recht bekannt. Dennoch ist es schwierig bis unmöglich Cannabis als Medizin zu nutzen. In früheren Jahrhunderten war Cannabis eine gängige Medizin, die in vielen verschiedenen Bereichen zum Einsatz kam. Im Laufe des 20. Jahrhundert wurde Cannabis dann durch eine Vielzahl neuer Medikamente ersetzt und später sogar verboten. Es gibt aber einige Anwendungsgebiete, bei denen Cannabis eine gute Wirkung erzielt mit vergleichsweise wenigen Nebenwirkungen.

Cannabis kann angewendet werden, wenn Patienten unter Appetitlosigkeit leiden Dies ist zum Beispiel bei Aids und Krebserkrankungen der Fall. Durch die Einname von Cannabis wird der Appetit angeregt und Patienten berichten davon, dass sie wieder anfingen zu essen. Schon bei einer Tagesdosis von 5mg THC kann man diesen Effekt beobachten.

Wenn Patienten unter zu hohem Augeninnendruck leiden wurde beobachtet das durch örtliche Anwendung dieser zurückging und auch bei Glaukompatienten keine Auswirkung auf Blutdruck und Stimmung hat.

Auch bei Patienten mit Epilepsie wurde beobachtet, dass diese durch die Einnahme von Cannabis für die Betroffenen kontrollierbarer wurden. Da es bei einigen aber auch Anfälle auslöste, muss hier eine Einzelfallentscheidung getroffen werden.

Cannabis hat die Wirkung die Bronchien zu erweitern und ist deswegen auch bei Asthma gut einsetzbar. 15mg THC oral zugenommen (in Form von Rauchen oder inhalieren bei Verdampfen) haben eine ähnliche Wirkung wie einige bekannte Asthmamittel. Die Wirkung hält dann wohl etwa 2 Stunden an.

Auch bei reaktiven Depressionen zeigt Cannabis durch die stimmungsaufhellende Wirkung gute Ergebnisse, wie viele Patienten berichten.

Auch wenn unter einem Teil der Bevölkerung Cannabis als Einstiegsdroge bezeichnet wird, kann es genauso Ausstiegsdroge sein, denn Cannabis kann die Entzugssymptome bei Alkohol- oder Opiatabhängigkeit bekämpfen.

Natürlich hat der Einsatz von Cannabis als Medikament auch Nebenwirkungen. Allgemein ist es aber gut verträglich. Vor allem bei zu hohen Dosen kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Eine Marihuanazigarette schädigt die Atemwege ungefähr so, wie drei Tabakzigaretten. Wird Cannabis durch Verdampfen inhaliert oder oral zu sich genommen, tritt keine Schädigung der Atemwege auf. Des Weiteren können auftreten Blutdruckabfall, Reizung der Bindehaut und Beschleunigung des Pulses.
Da der Besitz und das Kaufen von Cannabis nach wie vor strafbar sind, wird es auf dem illegalen Markt erworben. Man kann dann nicht genau feststellen welchen THC-Gehalt das Cannabis enthält, so dass die Dosierung schwierig ist.

Einige Personengruppen ist die Nutzung von Cannabis als Medikament abzuraten. Dazu gehören Schwangere oder stillende Mütter, Herzkranke und Menschen mit Psychosen.

Mittwoch, 18. November 2009

US-Mediziner für mehr Cannabis-Forschung


AMA, der grösste amerikanische Aerzte-Verband fordert die Regierung auf, die Klassifizierung von Cannabis unter „Schedule 1″ zu überdenken. Mit „Schedule 1″ werden Substanzen ohne jeglichen medizinischen Wert bezeichnet, zum Beispiel Heroin. Die Aerzte verlangen, dass Cannabis aus dieser Kategorie herausgenommen wird, um die medizinische Forschung zu erleichtern.

„Our American Medical Association (AMA) urges that marijuana’s status as a federal Schedule I controlled substance be reviewed with the goal of facilitating the conduct of clinical research and development of cannabinoid-based medicines,“ so das AMA statement (PDF).

Mehr Info bei CBS-News und bei NORML.

Dienstag, 17. November 2009

Kann Cannabis bei bipolaren Störungen helfen?

Es gibt viele Gründe, zu denken, dass Marihuana bei manchen Patienten mit bipolaren Störungen helfen könnte. Einige bestimmte Cannabinoide haben in Labor- und Tierstudien gezeigt, dass sie förderliche Effekte haben. Jetzt zeigt eine neue Studie der Universität von Oslo, dass Marihuanakonsum mit besseren neurokognitiven Funktionieren verbunden ist bei bipolaren Patienten. In verschiedenen Tests des Gedächtnisses, des Lernen usw., haben bipolare Patienten, die Marihuanakonsumiert haben, besser abgeschnitten, als jene, die das nicht taten. Dies entspricht dem genauen Gegenteil dessen, was Wissenschaftler bei Patienten mit Schizophrenie assozieren. Bei diesen können sich die Symptome durch Marihuana verschlimmern. “Diese Ergebnisse”, schreiben die Wissenschaftler, “zeigen, dass Cannabiskonsum mit verbesserten neurokognitiven Fähigkeiten bei bipolaren Störungen einhergehen kann.”

Weitere Forschungen für weitere Grundlagen zu diesem Thema sind nötig..

Weitere Infos zu Cannabis als Medizin bei der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin.

Montag, 16. November 2009

Richter erlaubt Anbau von Cannabis


MS-Kranker besaß mehrere hundert Gramm für den Eigenbedarf

Der Anbau und Besitz von Cannabis als Medizin kann im Einzelfall straffrei bleiben. Dies geht aus einem Urteil des Mannheimer Schöffengerichtes hervor. Ein an multipler Sklerose erkrankter Drogenkonsument wurde am Mittwoch freigesprochen.

Richter Ulrich Krehbiel fand deutliche Worte in seinem Urteil: "Warum gönnen wir Juristen einem Menschen mit so einem schweren Schicksal nicht ein paar schöne Tage." Und: "Das ist einer der leichtesten Fälle, den ich zu entscheiden hatte." Der Frührentner leidet seit den achtziger Jahren an einer Ataxie als Folge seiner MS-Erkrankung. Er wird von Krämpfen heimgesucht, Motorik und Sprachvermögen sind gestört. Mehrfach ist der 41jährige bereits hingefallen und hat sich dabei verletzt. Zur Linderung seiner Beschwerden konsumiert der Mann seit über 15 Jahren Haschisch und Marihuana. "Ich rauche jede Stunde einen Joint", bekannte der Angeklagte. Die Drogen baute er in seiner Mannheimer Wohnung an. Dort beschlagnahmte die Polizei mehrere hundert Gramm Cannabis. Die Menge reicht aus, um den Verbrechenstatbestand zu erfüllen.

Gegen Ataxie gibt es bisher kein zugelassenes Heilmittel. Cannabis könne jedoch die Symptome lindern, bestätigte ein Neurologe vor Gericht.

Sonntag, 15. November 2009

Cannabis Cup 2009 mit medizinischem Cannabis

Gewinnern des diesjährigen San Francisco Cannabis Cups. Das Cannabis für diesen Wettbewerb wird von den lokalen “Medical Marihuana Dispensaries”, also den Abgabestellen für medizinisches Marihuana ausgetragen. Diese Wettbewerbe sind nicht nur eine gute Werbung, sondern sollen auch gute Qualität gewährleisten und die Menschen für gute Qualität sensibilisieren. Wenn wir das die “Blei im Gras” Geschichte hierzulande denken, wird mir gleich ganz anders.
Die Gewinner des diesjährigen San Francisco Cannabis Cup (2009)
Stellen sie sich ein Platz vor,wo die Leute alle lächeln und lachen,aus allen Schichten unserer Gesellschaft,vom Hippy bis zum Banker oder vom Arzt bis Dachdecker, Leute aller Formen und Größen kamen nach San Francsico zum Cannabis-Cup 2003.
Man konnten den Frieden, die Liebe und das Glück in der Luft (buchstäblich) von einer Meile weg von dem Cafe Cocomo riechen.

Cannabisaktivisten teilten Flugblätter aus und lokale Apotheken stellten Bereiche zur Verfügung,wo die Patienten medizinisches Cannabis genüsslich zu sich nehmen konnten.

Der 1.Platz belegte: Dragon’s Breath von The Green Cross (SF), ein Indoor Organic Hydroponic Sativa

Der 2.Platz belegte: Jack Herer von The Green Cross (Santa Cruz), ein Outdoor Sativa

Der 3.Platz belegte:Blue Train von East Bay Patients (Contra Costa), ein Indoor Hydroponic Sativa

Fotos Cannabis Cup 2009

Quelle:Cannabis Social Clubs Berlin

Samstag, 14. November 2009

Wenn Politik persönlich wird : Mariuhana statt Schmerzmittel

Es war nur ein Sprung ins Wasser, seitdem sitzt Frank Clemens im Rollstuhl. Bei seiner Therapie stellt sich heraus: Er verträgt keine Schmerzmittel. Deshalb fängt er an zu kiffen illegal. Jetzt kämpft er für die Freigabe.

Sehenswertes Video eines Patienten aus Bayern

Innsbruck: Hanf: Neuer Wirkmechanismus von Inhaltstoffen für die Behandlung entzündlicher Erkrankungen gefunden


Die ForscherInnen der Sektion für Biologische Chemie des Biozentrums Innsbruck haben in Zellkulturen die Wirkung von Cannabinoiden, das sind Inhaltsstoffe von Cannabis (Hanf), untersucht. Dabei analysierten und verglichen sie THC (delta-9-Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol). THC ist der aus Blüten von Cannabispflanzen isolierbare Wirkstoff, der aus rechtlichen Gründen mit aufwendigen Verfahren aus THC-armem Nutzhanf gewonnen werden muss. Die entzündungshemmende Wirkung von THC ist bereits bekannt, THC ist außerdem schmerzlindernd, hemmt Übelkeit und Erbrechen und wirkt stimmungsaufhellend. Als Betäubungsmittel ist es verschreibungspflichtig und wird vor allem bei AIDS, COPD und Krebserkrankungen verabreicht. Daneben reduziert THC muskuläre Krämpfe bei Multipler Sklerose sowie bei Querschnittslähmungen und zeigt Wirkung bei akuter Migräne. Unerwünschte Wirkungen von THC reichen von Benommenheit, Euphorie bis zu Gedächtnisstörung, Koordinationsstörungen und Lethargie. Bei entsprechender Anfälligkeit kann es auch zu Angst- und Panikreaktionen kommen. Diese psychoaktiven Eigenschaften schränken die therapeutische Anwendung von THC ein und rückten das die Psyche nicht beeinträchtigende CBD in den Mittelpunkt des Interesses der internationalen Pharmaforschung.

Lebensqualität der PatientInnen verbessern
Die Ergebnisse der Innsbrucker ForscherInnen belegen, dass THC und CBD unter anderem das Tryptophan abbauende Enzym Indolamin-2,3-dioxygenase (IDO) in stimulierten Immunzellen hemmen. Tryptophan ist eine Aminosäure, die nur über die Nahrung aufgenommen werden kann und die im Körper unter anderem als Vorläufer für verschiedene Botenstoffe dient. Die Hemmung des immunologisch induzierten Tryptophanabbaus durch Cannabinoide deutet auf einen neuen Aspekt deren neurologischer Wirkung hin: Durch eine erhöhte Verfügbarkeit von Tryptophan bei PatientInnen unter Therapie mit THC oder CBD könnte die Serotoninbildung und damit das serotonerge System profitieren. Die Wirkung von CBD ist um das zwei- bis vierfache stärker als bei THC. Dieser Befund steht in engem Zusammenhang mit der beobachteten Hemmung der T-Zell Aktivierbarkeit und damit der antientzündlichen Kapazität dieser Wirkstoffe. „Die Hemmung des Tryptophanabbaus durch Cannabinoide könnte daher bei Patienten mit verschiedensten chronischen Immunpathologien und assoziierten neuropsychiatrischen Symptomen die Lebensqualität verbessern“, ist Forscher Dietmar Fuchs überzeugt.

Anwendungsmöglichkeit erweitert
„Unsere vielversprechenden Ergebnisse könnten die therapeutischen Anwendungsmöglichkeit von Cannabinoiden deutlich erweitern“, sagt Fuchs. „Deren Einsatz könnte bei verschiedensten Erkrankungen erwogen werden, die mit einer chronisch aktivierten Immunreaktion verbunden sind, so zum Beispiel bei Infektionskrankheiten, Sepsis, Autoimmunitätsyndromen und bösartigen Tumorerkrankungen, aber auch bei neurodegenerativen Erkrankungen.“ Bei diesen Krankheiten korreliert der gesteigerte Tryptophanabbau in der Regel mit dem Ausmaß und der Aktivität der Erkrankung sowie mit der Lebensqualität der Patienten. Der von Marcel Jenny im Team von Dietmar Fuchs und seinen MitarbeiterInnen entdeckte neue Wirkungsmechanismus für Inhaltstoffe von Cannabis wurde kürzlich im Journal of Neuroimmunology publiziert.

USA: Ärztevereinigungen wollen Marihuana

Die größte Organisation von Ärzten in den USA, die American Medical Association (AMA), hat ihre langegehaltene Position, dass Cannabis keinen medizinischen Wert hätte, revidiert. Die AMA hängt etwas zurück hinter ihren Wettbewerbern. Im Februar 2008 hat die zweitgrößte landesweite Vereinigung von Ärzten, den American College of Physicans, eine ähnliche Resolution herausgebracht.
Die größte Organisation von Ärzten in den USA, die American Medical Association (AMA), hat ihre langegehaltene Position dass Cannabis keinen medizinischen Wert hätte, revidiert. Die Gruppe hat anstelle dessen eine neue Position zu dem “medizinischen Marihuana” bezogen und ruft zu einer Überprüfung des Betäubungsmittelstatus (Schedule I Drug - ohne akzeptierten medizinischen Nutzen und kontrollierte Substanz). Zuvor hatte die AMA den Schedule I Eintrag bevorzugt. Dies kann als historischer Schritt gesehen werden.

Die AMA hat damit die Position eines Papieres des AMA Council on Science and Public Health - Kommission zu Wissenschaft und öffentlicher Gesundheit - übernommen. Das “Nutzung von Cannabis für medizinische Zwecke” betitelte Dokument unterstreicht die therapeutischen Nutzen von Marihuana und ruft zu weiteren Untersuchungen auf. “Kurze kontrollierte Studien haben gezeigt, dass gerauchtes Cannabis neuropathische Schmerzen reduziert, den Appetit und die Kalorienaufnahme, insbesondere bei Patienten mit reduzierter Muskelmasse, erhöht und die Spastizitäten und Schmerzen von Multiple-Sklerose Patienten mindert”, sagt der Bericht aus.

“AMA drängt darauf, den Status als Betäubungsmittel von Marihuana zu überprüfen, mit dem Ziel klinische Studien und die Entwicklung von Cannabionid-basierten Medikamenten, sowie alternativen Übergabemethoden, anzustrengen” sagt die neue Politik der AMA aus.

Dennoch geht die AMA nicht soweit, dass sie existierende staatliche medical Marihuanaprogramme gutheisst.

Die Grundlagen zu AMA’s Gedankenwechsel wurde mit der Aufnahme dieser Position im Juni 2008 durch die Studentengruppe der AMA gelegt. Führend in dieser Anstrengung war der Medizinstudent Sunil Aggarwal an der Universität von Washington. Dieser spielte auch eine Rolle in dem jetzt unterstützten Bericht.

“Es hat 72 Jahre gedauert, bis die AMA Marihuana offiziell als ‘bereits demonstriertes’ und zukunftsweisendes medizinisches Instrument anerkennt” sagte Aggarwal. “Die AMA hat eine umfangreiche, gut dokumentierte, evidenzbasierten Bericht herrausgebracht, den sie jetzt in einem Peer-Überprüften Journal veröffentlicht sehen wollen um die medizinische Öffentlichkeit über die wissenschaftliche Basis von botanischen Cannabisbasierten Medikamenten zu informieren.”

“Der Positionswechsel, den Amerikas konservativste, vorsichtigste und größte medizinische Organisation, gemacht hat, ist Historisch.” sagte Aaron Houston, Direktor der Regierungskommunikation des Marihuana Policy Projects, der an dem AMA Treffen teilnahm. “Der Schedule I Status von Marihuana ist nicht nur wissenschaftlich Unhaltbar wenn man sich die Unmengen von Daten ansieht, die zeigen dass es sowohl Sicher als auch Effektiv ist bei chronischen Schmerzen und anderen Problemen. Aber es ist auch immer eine große Hürde für die Forschung gewesen.”
Die AMA hängt etwas zurück hinter ihren Wettbewerbern. Im Februar 2008 hat die zweitgrößte landesweite Vereinigung von Ärzten, den American College of Physicans (ACP), eine Mitteilung herrausgegeben, die zu einer “Evidenzbasierten Überprüfung des Schedule I Kontrollierte Substanz Status von Marihuana um zu Überprüfen ob es in eine andere Klasse umklassifiziert werden solle” aufruft.

“Die zwei größten Gruppen von Ärzten in den USA sehen medizinisches Marihuana als Gesundheitsfürsorge an, und das muss Diskutiert werden” sagte ASA Vorstand Caren Woodson. “Beide Organisationen haben unterstrichten, dass ihre Patienten über der Politik stehen zu haben”

Und so steigt der Druck.

via DRCNet

Cannabis als Medizin in den Niederlanden(Video)

Interessanter Euronews-Bericht über die therapeutische Nutzung von Cannabis als Medizin in den Niederlanden

Donnerstag, 12. November 2009

Die Heilpflanze feiert ihr großes Comeback: Cannabis als Hoffnungsträger in der Medizin


Die Verwendung von Hanf ist nichts Neues. Seit Tausenden Jahren wird die anspruchslose Kulturpflanze geschätzt – für Nahrung, Kleidung, Seile, Öl, Papier und in der Medizin.

Ehe sie Mitte des vorigen Jahrhunderts plötzlich als Teufelskraut verunglimpft und fast vollständig eliminiert wurde. Doch jetzt erlebt Hanf eine Renaissance.

•Das Doppelleben von Hanf - Droge und Medikament
•Wundermittel gegen Schmerz, Angst & Depressionen


Bereits im 23. Jahrhundert vor Christus war Hanf in China bekannt. Als Heilpflanze und zur Erzeugung von Fasern, Öl und Nahrungsmitteln. Auch in Europa war Cannabis sativa, so der botanische Ausdruck, eine angesehene Nutzpflanze. Man fand Cannabis-Samen in einer steinzeitlichen Grabstätte in Rumänien, auch Hildegard von Bingen oder Maria Theresias Leibarzt Gerhard van Svieten wussten um die heilsame Wirkung. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts war Hanf weithin als Universal-Schmerzmittel verbreitet.

Von der Bibel bis zu Levis-Jeans

Aber nicht nur in der Medizin galt er als Wunderding: Gutenbergs Bibeln waren auf Hanfpapier gedruckt, die Verfassung der Vereinigten Staaten ebenso. Die Leinwände und Farben von Rembrandt, van Gogh & Co waren genauso aus Hanf wie die Jeans von Levi Strauss. Doch Henry Fords visionärer Prototyp eines "grünen" Autos – Karosserie und auch Kraftstoff sollten aus Hanf erzeugt werden – konnte wegen der in den 30er Jahren anlaufenden Anti-Hanf-Kampagne leider nicht mehr entwickelt werden.

Flora non grata

Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zählte Hanf zu den weltweit am häufigsten angebauten Pflanzen. Und Erfolg macht bekanntlich Feinde: 1937 setzte in den USA eine Kampagne ein, die Hanf als "gefährlichste Droge der Menschheit" in Verruf brachte und das Pflänzchen zur "Flora non grata" machte. Die Baumwollindustrie soll ihre Finger im Spiel gehabt haben, ebenso wie der Pharmariese Bayer, der damals seine Erfindungen Heroin, Kokain und Methadon als neue Wundermedizin patentieren lassen wollte.

Jagd auf Hanf

Zudem war die Jagd auf Hanf eine praktische Arbeitsbeschaffung für die seit der Prohibitionsaufhebung 1930 arbeitslosen Fahnder. 1941 wurde Cannabis aus der Pharmacopoeia (Medikamentenliste) gestrichen und bald auch der Anbau verboten. Europa erreichte die Hanfprohibition Mitte der 50er Jahre. Langsam verschwand Cannabis aus den Apotheken (ein Kilo Afghan kostete 1954 um die 500 Schilling) – seit 1969 darf kein Hanf mehr angebaut werden.

Cannabis in Österreich

Doch langsam wendet sich das siebenblättrige Blatt, und Hanf wird wiederentdeckt. Seit über zehn Jahren darf Nutzhanf (THC-Gehalt unter 0,3 mg) in Österreich angebaut werden, seit einem Jahr gibt es auch offizielle Felder mit Cannabis sativa. Betreiber ist die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit), die für Forschungszwecke die Pflanze kultiviert – ganz legal.

Cannabis Science Inc. wollen mit medizinischen Cannabis gegen die „Schweinegrippe“ H1N1 vorgehen.


Cannabis Science Inc. ist ein börsennotiertes Unternehmen, welches an der Front der Erforschung und Entwicklung von medizinischen Cannabis tätig ist. Cannabis Science Inc. arbeitet weltweit zusammen mit Autoritäten der Phytocannabinoid-Wissenschaft und verwendet wissenschaftliche Methoden, um in Hinblick auf kritische Krankheiten, pharmazeutische Produkte auf Phytocannabinoid-Basis zu entwickeln, produzieren und zu kommerzialisieren.

Kurz gesagt, widmet sich Cannabis Science Inc. der Entwicklung von Arzneien auf Cannabis-Basis, mit oder ohne psychoaktive Wirkung, um Krankheiten und Symptone zu behandeln, sowie der allgemeinen Erhaltung der Gesundheit.

Forschungen über die Anwendungen von Cannabis-Extrakten und multi-cannabinoiden Verbindungen begründen wissenschaftlich die Wirksamkeit von medizinischen Cannabis bei der Behandlung von einigen der schlimmsten Krankheiten, denen die Menschheit zurzeit gegenüber steht.

Das gilt für Autoimmun-Krankheiten, wie ALS, Multiple Sklerose, Arthritis, Diabetes und Nervenleiden wie Alzheimer, Gehirnschläge sowie für einige Arten von Krebs.

Aber auch Infektionskrankheiten Grippe (auch „Schweinegrippe“) können behandelt werden.

Dr. Melamede, Direktor und Chefforscher von Cannabis Science Inc. sagt: „Die hohe Sterblichkeitsrate gewisser Grippestämme kann auf die hohe Entzündungsreaktion, welche vom Tumor-Nekrose-Faktor (TNF) gesteuert werden, zurückgeführt werden. Endocannabinoide sind der Weg der Natur die TNF-Aktivität zu kontrollieren. Phyto-Cannabinoide können die natürlichen Endocannabinoide imitieren und so starken Entzündungen als Antwort des Immunsystems vorbeugen.

Nachdem die Schweinegrippe auf Pandemie-Stufe gesetzt wurde, riet Steve Kubby, Geschäftsführer von Cannabis Science: „Regierungen in der ganzen Welt sollen ernsthaft die Vorteile von medizinischen Cannabis zur Kenntnis nehmen.“


Die USA reagierten. Am 19. Oktober 2009 verkündet die Obama-Regierung, dass man den Einsatz von medizinischen Cannabis zur Bekämpfung von Krankheiten im gesetzlichen Rahmen erlauben will.

Cannabis Science Inc. reagierte ebenfalls und beschäftigt vier Fachanwälte mit der Aufgabe den Weg zum Einsatz von medizinischen Cannabis in Abstimmung mit den Gesetzen zu ebnen.

Dies würde nicht nur ein Durchbruch bei der Behandlung von Krankheiten darstellen, sondern auch ein Durchbruch für Cannabis Science Inc.

Die Aktie notiert derzeit bei 0,49 US Dollar. Bei gerade mal 22 Mio. ausgegebenen Aktien macht das eine Marktkapitalisierung von unter 11 Millionen US Dollar.

Wir halten das aufgrund des bevorstehenden Einsatzes der Cannabis-Produkte für deutlich unterbewertet.


Der Kurs hat auf die aktuelle Entwicklung noch nicht reagiert. Das wird er aber nachholen.

Kurse unterhalb eines Dollars wird es bald nicht mehr geben. Wir halten folgende Kursziele für realistisch:

1,00 US Dollar bis Januar 2010

2,50 US Dollar bis Juni 2010

Erleichterungen bei Cannabis-Medizin absehbar

RÜTHEN (dpa). Schmerzen, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen oder Depressionen sind nur ein Teil der Beschwerden, die mit Krankheiten wie Krebs, Aids oder Multipler Sklerose (MS) einhergehen. "Das muss man nicht erleiden", sagt Dr. Franjo Grotenhermen von der "Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin". Täglich bekomme er Hilferufe von Patienten, die mehr über die Möglichkeit einer Cannabis-Therapie wissen wollten.

ine Heilung verspricht die Cannabis-Therapie nicht. Nach den Erfahrungen des Mediziners aus dem sauerländischen Rüthen lindert Cannabis bei vielen schweren und meist unheilbaren Krankheiten wie Krebs, Aids, MS jedoch einen Teil der Beschwerden.

"Schmerzen werden erträglicher, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen gehören bei vielen der Vergangenheit an. Und auch die depressive Stimmung vieler Kranker wird deutlich aufgehellt", sagt Grotenhermen. Das bestätigt Professor Joachim Nadstawek vom Berufsverband der Schmerztherapeuten. "MS- und Tumor-Patienten profitieren deutlich davon und gewinnen mehr Lebensqualität."

Aber noch ist Cannabis im Arzneikästchen die Ausnahme: In Deutschland gibt es nach Auskunft der Bonner Bundesopiumstelle lediglich 30 Patienten, die Cannabis-Blüten oder Extrakt zur Behandlung nutzen dürfen, die Zahl der Anträge habe aber deutlich zugenommen. Grundsätzlich sind Medikamente mit Cannabis-Bestandteilen als "nicht-verschreibungsfähige Betäubungsmittel" verboten. Es gebe aber viele subjektive Berichte von Patienten, denen Cannabis helfe, bestätigt Wilhelm Schinkel von der Bundesopiumstelle am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Medizin aus Hanfextrakt werde immer noch als Droge verteufelt, aber das scheint so langsam aufzuweichen, sagt Grotenhermen: "Die Bundesopiumstelle hat die Hürde für eine Medikation mit Cannabis-Medikamenten deutlich abgebaut." Seit kurzem würden Ärzte nicht mehr durch die Forderung nach einem Gutachten abgeschreckt, eine Cannabis-Therapie für ihre Patienten zu beantragen. "Jetzt wird nur noch ein normaler Arztbericht erwartet."

Doch viele Ärzte wüssten nichts von der Möglichkeit, ihren Patienten mit Cannabis zu helfen, sagt Nadstawek. "Die denken sofort an Drogensüchtige." Zudem gebe es immer noch Ärzte, die selbst eine Verschreibung des synthetisch hergestellten und erlaubten Cannabiswirkstoffs Dronabinol grundsätzlich ablehnen, bemängelt Grotenhermen. Auch dies werde viel zu wenig eingesetzt. "Die Kassen erstatten die Kosten nicht", sagte er.

Durchschnittlich müssten die Patienten 400 Euro im Monat für Dronabinol zahlen, falls ihr Arzt den Wirkstoff verschreibe. Deshalb versuchten Patienten, eine Ausnahme-Genehmigung für den preiswerteren Cannabis-Extrakt zu bekommen. Zudem gebe es Einzelfälle, in denen Dronabinol im Gegensatz zu Cannabis-Extrakt oder -Blüten keine Wirkung zeige, berichtet Grotenhermen.

"In Sachen Cannabis wird sich etwas tun", vermutet Wilhelm Schinkel von der Bundesopiumstelle. Es gebe mehrere Medikamente, für die eine Kassenzulassung beantragt werden soll. Laut Schmerztherapeut Nadstawek gibt es bei MS- und Tumorerkrankungen bereits eindeutige Studien. Cannabis-Präparate seien eine Alternative zu anderen starken Schmerzmitteln, die zum Teil schwere Nebenwirkungen haben.
Die von der Politik angeführte Suchtgefahr hält Nadstawek für nebensächlich. "Bei Tumorpatienten geht es darum, die Lebensqualität in der letzten Phase zu verbessern", sagt er. Zudem hätten die derzeit genutzten Opiate auch ein erhebliches Suchtpotenzial. Außerdem bricht der Schmerztherapeut eine andere Lanze für die Cannabis-Medizin: "Die Kassen würden sparen, weil man zum Teil auf teure Opiate und Medikamente zur Behandlung der Nebenwirkungen verzichten kann."

Nach Einschätzung Grotenhermens könnte eine aktuelle Studie zur Wirkung eines Cannabis-Präparates auf die MS-Symptome einen Damm für die Cannabis-Medizin brechen. 30 Prozent der MS-Patienten fühlten sich mit Cannabis besser. In der Kontrollgruppe, die ein Scheinmedikament (Placebo) erhielt, waren es nur 15 Prozent.

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) sieht den Einsatz von Cannabis-Produkten jedoch kritisch. Der Cannabis-Einsatz sei nur im Einzelfall "nach Versagen zugelassener Medikamente und anderer denkbar wirksamer Arzneimittel" vertretbar. Zur aktuellen Studie gibt es noch keine Stellungnahme der DMSG.