Dienstag, 1. Dezember 2009

Cannabis Science Inc. ernennt drei weitere ausgezeichnete Ärzte als Mitglieder in ihren wissenschaftlichen Beirat


Dabei handelt es sich um Dr. Ben Johnson, Dr. Alan Shackleford und Dr. William Courtney
30. November 2009, Cannabis Science Inc. (NASD OTCBB: CBIS) ein aufstrebendes pharmazeutisches Cannabis-Unternehmen ist geehrt, bekannt geben zu dürfen, dass Dr. Ben Johnson, Dr. Allan Shackleford und Dr. William Courtney die Mitgliedschaft in dem kürzlich gegründeten wissenschaftlichen Beirat zugestimmt haben. Die Bildung des wissenschaftlichen Beirats begann am 6. August 2009, mit der Ernennung von Dr. Mitch Earlywine pH D. als erstes Mitglied und der Ernennung von Dr. Ritchard L. Fishman M.D. am 18. August 2008. Angesichts der Unterstützung von mehreren prominenten Wissenschaftlern und Ärzten mit ihrem Wissen, können die in den Unternehmens-Mittelpunkt gerückten klinischen Tests und Produktentwicklungen forciert werden. Auch das Verfahren für die Einreichung der Produkte bei der FDA (Food and Drug Administration, US-amerikanische Behörde für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit) wird dadurch beschleunigt.

Dr. Ben Johnson ist ein Ergänzungs- und Alternativmediziner. Er absolvierte sein Medizinstudium an der University of Health Sciences in Kansas City. Er ist M.D. (Doctor of Medicine) mit Schwerpunkt Osteopathie. Er war Gründer und Leiter der Immune Recovery-Klinik in Atlanta, Georgia. Nach mehreren Jahren trat er zurück, um sich ganz auf die Behandlung des Lou-Gehrig-Syndroms (Amyotrophische Lateralsklerose) unter der er auch leidet, zu konzentrieren. Dr. Johnson diente den US-Streitkräften während des Vietnam-Krieges. Darüber hinaus war er Fliegerarzt in die Armee-Reserve für viele Jahre. Er war ein Senior Aviation Medical Examiner für die FAA für 12 Jahren.

Derzeit ist Dr. Johnson Eigentümer von Dr. Ben Johnson Services, LLC, ein Unternehmen, welches Produkte vertreibt, die das natürliche Gesundheitswesen unterstützen. Er berät regelmäßig Patienten und Fachleute aus dem Gesundheitswesen aus der ganzen Welt. Seine Schwerpunkt-Kompetenz liegt im Bereich der Onkologie.

Dr. Alan Shackleford, ein Arzt aus Denver ist Absolvent der Universität Heidelberg (Medizinstudium). Er hat ein umfangreiches Wissen in der klinischen Medizin, Ernährung, Stoffwechsel-Analyse, und chirurgische Mikrogefäßtechniken sowie Stress-Management-Techniken zur Behandlung von Fettleibigkeit und Angst. Abgesehen von seiner klinischen Arbeit war er auch als Kursleiter in Deutsch und in Genetik an der Universität Maryland beschäftigt. Er war Dozent für Verhaltensmedizin in der klinischen Ausbildung an der medizinischen Schule von Harvard.

Dr. William L. Courtney hat eine umfassende medizinische Ausbildung, die mit einen Bachelor Of Science in der Mikrobiologie an der University of Michigan begann. Er erhielt seinen Doktor der Medizin von der Wayne State University und interniert am California Pacific Medical Center. Er erwarb einen weiteren Doktor in forensische Untersuchung und forensische Medizin. Dr. Courtney ist Mitglied der International Cannabinoid Research Society und der International Association von Cannabis as Medicine und der Society of Clinical Cannabis. Dr. Courtney hält auch Continuing Medical Education (CME) Kurse im Umgang mit klinischem Cannabis. Er leitete auch die zweite internationale CB2-Konferenz in Ft. Bragg, Kalifornien. Er arbeitet auch mit Praxen zusammen, die daran interessiert sind, medizinischen Marihuana an Patienten zu verabreichen.

Dr. Robert Melamede, Ph. D., Präsident CEO der Cannabis Science Inc. sagte, Wir haben uns enorm über die sehr positiven Reaktionen über unsere Unternehmens-Pläne, durch diejenigen, die mit der Notwendigkeit medizinischer Cannabisprodukte am meisten vertraut sind, gefreut. Die Tatsache, dass so viele bekannte Fachleute und Experten die Bedeutung von dem was wir tun verstehen und unsere Bemühungen unterstützen, zeigt dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir sind dabei ein sehr starkes Team aufzustellen und mit ihrer Hilfe werden wir die revolutionäre Macht des Kapitalismus mit dem Aktivismus erfolgreich vermischen, der die Gesellschaft vorwärts treibt.

Weitere Informationen über Cannabis Science, Inc.

Cannabis Science Inc. ist an der Front der Erforschung und Entwicklung von medizinischem Marijuana. Die Firma arbeitet weltweit zusammen mit Autoritäten der Phytocannabinoid-Wissenschaft, dabei auf kritische Krankheiten zielend, und verwendet wissenschaftliche Methoden, um pharmazeutische Produkte auf Phytocannabinoid-Basis zu entwickeln, produzieren und zu kommerzialisieren. Kurz gesagt, widmen wir uns der Kreation von Arzneien auf Cannabis-Basis, mit oder ohne psychoaktive Wirkung, um Krankheiten und Symptome von Krankheiten zu behandeln, und der allgemeinen Gesunderhaltung.

Diese Pressemitteilung enthält zukunftsgerichtete Aussagen im Sinne von Abschnitt 27A des Wertpapiergesetzes von 1933 und Abschnitt 21E des Securities Act von 1934. Jede Aussage in dieser Pressemitteilung mit Worten wie z. B. rechnen, beabsichtigen, glauben, planen, schätzen, erwarten, oder ähnliche Aussagen sind zukunftsgerichtete Aussagen im Sinne des Private Securities Litigation Reform Act von 1995. Zukunftsgerichtete Aussagen sind mit Risiken und Unsicherheiten behaftet und basieren auf den gegenwärtigen Erwartungen. Daher können die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Erwartungen in den in die Zukunft gerichtete Aussagen abweichen. Neben der Entwicklung der globalen Wirtschaft, der Auswirkungen des Wettbewerbs, ist das Unternehmen abhängig von den bevorstehenden Regelungen hinsichtlich der Verwendung und Entwicklung von auf Cannabis basierenden Medikamenten. Cannabis Science ist nicht verpflichtet diese in die Zukunft gerichteten Aussagen zu aktualisieren.


Kontakt:
Cannabis Science Inc.
E-Mail: infocannabisscience.com
www.canabisscience.com

Dyckmans im Interview


Nachdem die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, bereits auf abgeordnetenwatch.de mit Fragen (vor allem zu Cannabis) bombardiert wird, hat sie kürzlich ein Redakteur der Kölnischen Rundschau interviewt. Darin spricht sie über den Kampf gegen Alkoholexzesse bei Jugendlichen, Werbeverbote, die Verantwortung von Lehrern und Eltern, Nichtraucherschutz, Methadon-Programme zur Substituierung von Heroin und öffentliche Drogenräume. Auf die Frage, ob es liberale Regeln im Umgang mit Haschisch geben sollte, antwortet sie: „Nein, das sehe ich nicht. Nur in einem Punkt muss man genauer hinsehen: Bei der Verwendung von Cannabis zu medizinischen Zwecken sollten wir weiter voran kommen. Das nehmen wir in Angriff.“

on3 SüdWild diskutiert über die Legalisierung von Cannabis



Therapie mit Cannabis: Die Front der Gegner bröckelt

Franjo Grotenhermen von der "Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin" bekommt täglich Hilferufe von Patienten, die mehr über die Cannabis-Therapie wissen wollen. Eine Heilung verspricht die Methode nicht.

Doch nach den Erfahrungen des Mediziners aus Rüthen (NRW) lindert Cannabis bei vielen schweren und meist unheilbaren Krankheiten wie Krebs, Aids, MS einen Teil der Beschwerden.

Dazu zählen Schmerzen, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen oder Depressionen. "Das muss man nicht erleiden", sagt Grotenhermen. "Schmerzen werden erträglicher, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen gehören bei vielen der Vergangenheit an. Und auch die depressive Stimmung vieler Kranker wird deutlich aufgehellt."

Das bestätigt Joachim Nadstawek vom Berufsverband der Schmerztherapeuten. "MS- und Tumor-Patienten gewinnen Lebensqualität." Aber noch ist Cannabis als Arznei die Ausnahme: In Deutschland gibt es nach Auskunft der Bonner Bundesopiumstelle lediglich 30 Patienten, die Cannabis-Blüten oder Extrakt zur Behandlung nutzen dürfen, die Zahl der Anträge habe aber deutlich zugenommen.

Grundsätzlich sind Medikamente mit Cannabis-Bestandteilen als "nicht verschreibungsfähige Betäubungsmittel" verboten. Es gebe aber viele subjektive Berichte von Patienten, denen Cannabis helfe, bestätigt Wilhelm Schinkel von der Bundesopiumstelle am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Medizin aus Hanfextrakt werde noch als Droge verteufelt, aber das scheint langsam aufzuweichen, sagt Grotenhermen: "Die Bundesopiumstelle hat die Hürde für eine Medikation mit Cannabis-Medikamenten deutlich abgebaut." Seit Kurzem würden Ärzte nicht mehr durch die Forderung nach einem Gutachten abgeschreckt, eine Cannabis-Therapie für ihre Patienten zu beantragen. "Jetzt wird nur noch ein normaler Arztbericht erwartet."

Zudem gebe es Ärzte, die eine Verschreibung des synthetisch hergestellten und erlaubten Cannabiswirkstoffs Dronabinol grundsätzlich ablehnen, bemängelt Grotenhermen. "Die Kassen erstatten die Kosten nicht", sagte er. Im Schnitt müssten Patienten 400 Euro im Monat für Dronabinol zahlen, falls ihr Arzt den Wirkstoff verschreibe. Deshalb versuchten Patienten, eine Ausnahme-Genehmigung für preiswerteren Cannabis zu bekommen. "In Sachen Cannabis wird sich was tun", meint Wilhelm Schinkel von der Bundesopiumstelle. Es gebe mehrere Medikamente, für die eine Kassenzulassung beantragt werden soll.

Montag, 30. November 2009

Cannabis: Anbauen für die Medizin

Neuheiten in der Cannabis-Medizin bei Cultiva-Messe in Wien - Klassischer Einsatz liegt in der Schmerztherapie
Wien - Seit Jahrtausenden sind die Wirkstoffe des Hanfs (Cannabis sativa) bekannt. Die lange "verteufelte" Pflanze feiert nun ein langsames, aber erfolgreiches Comeback in der Medizin. Bei der Cultiva-Messe, die vom 27. bis 29. November in Vösendorf nahe Wien stattfindet, werden Neuheiten in der Cannabis-Medizin von Experten der Öffentlichkeit präsentiert.

Kontrollierter Anbau in Holland
"Cannabis, das in der Medizin verwendet wird, wird in Glashäusern in Holland kontrolliert angebaut", so der Allgemeinmediziner Kurt Blaas, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft "Cannabis als Medizin". Der kontrollierte Anbau gewährleistet eine reine Sorte mit den gleichen Gehalten an Inhaltsstoffen. Dies sei für die medizinische Anwendung wichtig.

Einsatz in der Schmerztherapie
"Eine Hanfplanze liefert zwischen 40 und 60 verschiedene Cannabinoide. Zwei der Substanzen, Dronabinol und Cannabidiol, werden in der Medizin angewendet", so Blaas. Das Dronanbinol - auch Delta-9-THC genannt - ist ein aus der Pflanze gewonnener Wirkstoff, der sich für verschiedene Leiden anwenden lässt. "Die Substanz wirkt muskelrelaxierend, beruhigend, stimmungsaufhellend, appetitanregend, übelkeitshemmend, schmerzstillend, bronchienerweiternd und augeninnendrucksenkend", erklärt der Arzt.

"Eine Überdosis ist praktisch ausgeschlossen", so Blaas. Der klassische Einsatz liege ganz sicher in der Schmerztherapie. Aber auch MS-Patienten bringe es eine Erleichterung, da Dronabinol die Tagesmüdigkeit verringert und gegen Depressionen hilft. "Auch in der Geriatrie hat sich Dronabinol aufgrund der relaxierenden Wirkung bewährt und bringt im Vergleich mit chemischen Keulen zum Ruhigstellen deutliche Vorteile."

Kontrolle des Cannabis-Gebrauchs durch Arzt
Für eine Legalisierung von Cannabis tritt Blaas nicht ein, wohl aber für eine Entkriminalisierung. "Wir wollen das natürliche Cannabis für die medizinische Anwendung fördern, denn dadurch ergibt sich eine breitere Behandlungspalette", erklärt der Mediziner. Es müsse die therapeutische Sicherheit gewährleistet werden. "Dazu gehört der kontrollierte Anbau, um eine kontinuierliche Qualität zu sichern. Zudem muss die medizinische Anwendung auf alle Fälle von qualifizierten Ärzten kontrolliert werden."

Kein Freibrief zum Kiffen
Einen Freibrief zum Kiffen gibt der Mediziner nicht. "Eine physische Abhängigkeit von Cannabis gebe es zwar nicht, eine psychische jedoch schon. "Ein klassischer Joint liefert zwischen 80 und 150 Milligramm Cannabis, die medizinisch wirksame Dosis liegt hingegen zwischen 7,5 und 30 Milligramm", erklärt Blaas. Zudem liefere ein Joint 20 mal mehr Ammoniak, drei- bis fünfmal mehr Stickstoffmonoxid und Blausäure als eine Zigarette.

Bio-Tranquillizer bei richtigen Dosis
"Man hört immer wieder, dass Cannabis Angstzustände auslösen kann", meint der Mediziner. Das treffe bei hoher Dosierung auch wirklich zu. "Wir haben allerdings sehr gute Erfolge bei der Behandlung von Depressionen, Panikreaktionen, Angstattacken und auch bei Burn-Out." Man könne Cannabis in der richtigen Dosierung als idealen Bio-Tranquillizer ohne Nebenwirkung bezeichnen.

"Wir müssen endlich davon loskommen, beim Stichwort Cannabinoide sofort an Rauschgift zu denken", bringt der Wiener Schmerzmediziner Hans-Georg Kress vor. "Die Substanzen sind wirksame Arzneimittel für kranke Menschen." (pte)

Cannabis - Therapeutische Nutzung - Euronews - 08/06

Interessanter Euronews-Bericht über die therapeutische Nutzung von Cannabis als Medizin in den Niederlanden

Sonntag, 29. November 2009

Cannabis in der Medizin – Medikament ja oder nein?

Hanf gilt als Droge, dass sie aber auch in der Medizin eingesetzt werden kann, ist mittlerweile doch recht bekannt. Dennoch ist es schwierig bis unmöglich Cannabis als Medizin zu nutzen. In früheren Jahrhunderten war Cannabis eine gängige Medizin, die in vielen verschiedenen Bereichen zum Einsatz kam. Im Laufe des 20. Jahrhundert wurde Cannabis dann durch eine Vielzahl neuer Medikamente ersetzt und später sogar verboten. Es gibt aber einige Anwendungsgebiete, bei denen Cannabis eine gute Wirkung erzielt mit vergleichsweise wenigen Nebenwirkungen.


Cannabis kann angewendet werden, wenn Patienten unter Appetitlosigkeit leiden Dies ist zum Beispiel bei Aids und Krebserkrankungen der Fall. Durch die Einname von Cannabis wird der Appetit angeregt und Patienten berichten davon, dass sie wieder anfingen zu essen. Schon bei einer Tagesdosis von 5mg THC kann man diesen Effekt beobachten.

Wenn Patienten unter zu hohem Augeninnendruck leiden wurde beobachtet das durch örtliche Anwendung dieser zurückging und auch bei Glaukompatienten keine Auswirkung auf Blutdruck und Stimmung hat.

Auch bei Patienten mit Epilepsie wurde beobachtet, dass diese durch die Einnahme von Cannabis für die Betroffenen kontrollierbarer wurden. Da es bei einigen aber auch Anfälle auslöste, muss hier eine Einzelfallentscheidung getroffen werden.
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Cannabis hat die Wirkung die Bronchien zu erweitern und ist deswegen auch bei Asthma gut einsetzbar. 15mg THC oral zugenommen (in Form von Rauchen oder inhalieren bei Verdampfen) haben eine ähnliche Wirkung wie einige bekannte Asthmamittel. Die Wirkung hält dann wohl etwa 2 Stunden an.

Auch bei reaktiven Depressionen zeigt Cannabis durch die stimmungsaufhellende Wirkung gute Ergebnisse, wie viele Patienten berichten.

Auch wenn unter einem Teil der Bevölkerung Cannabis als Einstiegsdroge bezeichnet wird, kann es genauso Ausstiegsdroge sein, denn Cannabis kann die Entzugssymptome bei Alkohol- oder Opiatabhängigkeit bekämpfen.

Natürlich hat der Einsatz von Cannabis als Medikament auch Nebenwirkungen. Allgemein ist es aber gut verträglich. Vor allem bei zu hohen Dosen kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Eine Marihuanazigarette schädigt die Atemwege ungefähr so, wie drei Tabakzigaretten. Wird Cannabis durch Verdampfen inhaliert oder oral zu sich genommen, tritt keine Schädigung der Atemwege auf. Des Weiteren können auftreten Blutdruckabfall, Reizung der Bindehaut und Beschleunigung des Pulses.
Da der Besitz und das Kaufen von Cannabis nach wie vor strafbar sind, wird es auf dem illegalen Markt erworben. Man kann dann nicht genau feststellen welchen THC-Gehalt das Cannabis enthält, so dass die Dosierung schwierig ist.

Einige Personengruppen ist die Nutzung von Cannabis als Medikament abzuraten. Dazu gehören Schwangere oder stillende Mütter, Herzkranke und Menschen mit Psychosen.

Hanfmesse Die Allmacht einer Pflanze


Drei Tage lang steht die Eventpyramide Vösendorf im Zeichen des Hanfblatts. Denn bereits zum zweiten Mal geht hier die Hanfmesse über die Bühne. Ist das denn auch legal?

Dafür, dass der Hanfpflanze eine beruhigende Wirkung nachgesagt wird, sind die wartenden Besucher vor der Pyramide ganz schön ungeduldig. Denn eine Viertelstunde nach der offiziellen Eröffnung ist der Eingang noch immer verschlossen. Schließlich gehen dann doch die Türen auf. Die Hanfmesse "Cultiva" ist eröffnet.

Voller Tatendrang bringen die Standler noch ihre Bereiche auf Vordermann. Schließlich soll heute alles glänzen. Vor allem die Rauchutensilien. Und von denen stehen hier ja genug herum. Doch blickt man um die nächste Ecke, könnte man meinen, man hat sich auf eine Landwirtschaftsmesse verirrt. Vom Düngemittel, über Mini-Gewächshäuser bis hin zum optimalen Lichtsystem gibt es hier alles, was man braucht, um eine einzige Pflanzenart wachsen zu lassen.

Hanfschokolade und Hanfbier
„Die Pflanze ist’s wert“, sagt Messe-Organisator Harry Schubert. „Sie hat ein großes Spektrum an Einsatzmöglichkeiten". Tatsächlich ist Hanf ein Allround-Gewächs. „Die Pflanze ist sehr genügsam“, erklärt Wolfgang Reiter, der mit seinem Kollegen Robert Preissler Kostproben von Hanfschokolade, Hanfbier und geschälten Hanfsamen anbietet. Es gibt auch Pullover, Taschen und sogar Matratzen aus Hanf. „Es ist eine allmächtige Pflanze“, scherzt Preissler.

Jeder weiß es, keiner sagt es
Der Großteil der Besucher und der Standler widmet sich anderen Eigenschaften der Hanfpflanze, ohne sie jemals beim Namen zu nennen. „Wir haben hier alles, was es gibt. Und es geht auch alles gleich gut weg“, erzählt Daniel vom „Bushplanet“-Stand etwas kryptisch. Hier gibt es Bongs, Pfeifen, Papers und Samen in jeder erdenklichen Ausführung. Das Geschäft läuft gut, von Wirtschaftskrise hier also keine Spur. „Genuss wird es immer geben“, sagt Standler Tamim Gardizi. Selbst sein Haustier ist davon überzeugt. „Mein Kanarienvogel frisst auch Hanfsamen“, scherzt er.

Keine Drogendealer
Von einer dunklen, kriminellen Unterwelt ist die Messe weit entfernt. „Es gibt keine illegalen Objekte, Substanzen oder Handlungen auf dieser Messe“, betont Schubert. „Das würde genau dem schaden, was mein Vorhaben ist. Nämlich so vielen Menschen wie möglich die Hanfpflanze näher zu bringen und nicht hier einen engen Drogenkreis zu fördern.“ Das bestätigt der wienweb.at-Riechtest. Auffällige Wölkchen gibt es keine. Im draußen gelegenen Raucherzelt riecht es auch nur nach Tabak und Kaffee.

Funkelnde Augen
Die Besucher marschieren stattdessen mit funkelnden Augen an den Ständen vorbei, lassen sich als Hobbybauern beraten und sammeln Werbegeschenke. „Ich schaue mal, ob ich irgendwas Schönes zum Anziehen finde“, sagt Dominik mit einem Grinsen im Gesicht. Dann fügt er hinzu: „Oder auch etwas anderes.“ Nicole Köhn vom Deutschen Hanfverband ist begeistert. „Es ist alles sehr offen. Es ist wie Weihnachten“. In Deutschland wäre eine Messe dieser Art niemals denkbar, meint sie.

Österreich liberaler als andere
Schubert schätzt Österreich als eher liberal ein, was Hanf betrifft. „Wir haben Gesetze, die eindeutig regeln, dass der Konsum, der Erwerb und der Besitz verboten sind“, erklärt er. Anders als in vielen anderen europäischen Ländern gebe es Grenzmengen, medizinischen Hanf und kommerziellen Anbau. „Das ist ein großer Fortschritt und bewirkt einen humanen Umgang mit Hanf.“

„Hanf macht glücklich“
Legal oder illegal, die Hanfpflanze zieht an. Denn über alle drei Tage erwarten Veranstalter und Standler ein volles Haus. Die Leute freuen sich, ganz gleich ob sie mit sonderbaren Utensilien oder einer netten Umhängetasche nach Hause gehen. Besucher Matthias ist sich in einer Sache nämlich ganz sicher: „Hanf macht glücklich“.

Donnerstag, 26. November 2009

Cannabis zur Traumabewältigung für die Soldaten in Afghanistan

Die Tagesschau berichtet, dass immer mehr Bundeswehrsoldaten an traumatischen Erlebnissen leiden würden. Für 4500 Soldaten gäbe es nur einen Psychiater, der sich ihrer annehmen kann. Dieses Jahr sei eine Zunahme der sogenannten posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) um 30 Prozent zu verzeichnen, so die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf eine Anfrage im Verteidigungsausschuss des Parlaments. Soldaten müssen nicht mehr leiden: Mit einem ungewöhnlichen Mittel werden schon jetzt israelische Soldaten, die unter psychischen Kriegsfolgen leiden, behandelt. Cannabis soll helfen die schweren posttraumatischen Stress-Syndrome (PTSD) abzubauen, berichtete der Spiegel-Online im Jahre 2004.

Der israelische Forscher und Entdecker des THC, Rafael Meshulam, hatte damals mit Cannabis im Tierversuch gute Erfolge erzielt und wollte dies auch an freiwilligen Soldaten testen. Bislang sind keine Forschungsergebnisse veröffentlicht worden, allerdings gelten bei dem Gesundheitsministerium Israels “Joints” schon länger als Sinnvoll für Schmerzlinderung bei bestimmten chronischen Erkrankungen.

Mittwoch, 25. November 2009

Kaufe Amerikanisches Marihuana - Eine spezielle Botschaft der Amerikanischen Cannabiszüchtergemeinschaft

"Video"Über Facebook kam eine spezielle Mitteilung von der AMGA, der Amerikanischen Grasanbauer Vereinigung um Marihuana illegal und die Preise hoch zu halten:

Regierung genehmigt Marihuana-Joints für Schmerzbehandlung

TEL HASCHOMER (inn) - Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt dürfen bestimmte Patienten im Scheba-Krankenhaus in Tel HaSchomer bei Tel Aviv ab sofort Marihuana rauchen. Das Krankenhaus hatte als erstes in Israel ein Protokoll zum medizinischen Umgang mit Marihuana entworfen.
Regierung genehmigt Marihuana-Joints für Schmerzbehandlung
Dieses wurde vom Gesundheitsministerium bewilligt. Sollte ein Patient zur medizinischen Behandlung Marihuana benötigen, wird der zuständige Arzt die entsprechende Genehmigung beim Ministerium beantragen, das meldet die Tageszeitung "Ha´aretz".

Patienten in ambulanter Behandlung dürfen ihren Joint dann im Raucherraum des Krankenhauses rauchen. Kranke in stationärer Behandlung dürfen bei offenem Fenster nur in Privatzimmern rauchen.

Laut dem Bericht stellt das Passivrauchen von medizinischem Marihuana keine Gefahr dar. Dies sei dem Personal erklärt worden. Eine Sorge sei jedoch, dass das Rauchen selbst dem Patienten schaden könnte. Itay Gur-Arie, Leiter der Schmerzabteilung, sprach hier von einem Dilemma, allerdings sei dies das geringere von zwei Übeln. "Wenn wir über das Rauchen von einem oder zwei Joints am Tag sprechen, glauben wir nicht, dass das dem Patienten kurzfristig schadet", so Gur-Arie.

Derzeit werden im Scheba-Krankenhaus auch fünf Vaporisatoren eingesetzt, die das Inhalieren des Marihuana-Dampfes ermöglichen. Dadurch kann auf das Rauchen verzichtet werden.

Das Krankenhaus hatte im Rahmen eines Pilotprojektes im vergangenen halben Jahr 20 Patienten mit der pflanzlichen Droge erfolgreich behandelt.

Krankenhaus-Patienten dürfen erstmals Gras rauchen


Israel
Die Legalisierung des Cannabis-Konsums zu medizinischen Zwecken in Israel schreitet weiter voran. Am Sheba-Krankenhaus in Tel Hashomer ist es Patienten ab sofort gestattet, Marihuana zu rauchen. Im Rahmen eines Pilotprojekts sind dort im vergangenen halben Jahr bereits 20 Kranke mit der weichen pflanzlichen Droge behandelt worden.

Israel ist neben den Niederlanden, Deutschland, Kanada und einigen US-Bundesstaaten eines der ersten Länder auf der Welt, das den medizinischen Gebrauch von Marihuana gestattet.

Als erstes israelisches Krankenhaus hat Sheba eine formale Regelung zum medizinischen Umgang mit Cannabis entworfen, die bereits vom Gesundheitsministerium bewilligt wurde. Wenn ein Patient Marihuana benötigt – so sieht es das Protokoll vor -, wird ihm der zuständige Arzt die notwendige Erlaubnis vom Ministerium verschaffen. Ambulante Patienten können ihre Joints im Raucherraum des Krankenhauses rauchen, stationäre tun dies in ihren jeweiligen Zimmern nahe einem offenen Fenster.

Dem Krankenhauspersonal wurde klar gemacht, dass das passive Rauchen von Gras oder Haschisch keine Gefährdung darstellt. Eine ernster zu nehmende Sorge ist freilich, dass das Rauchen der Droge dem Patienten selbst schaden könnte. Dazu mein Dr. Itay Gur-Arie, der Leiter der Schmerzabteilung: „Das ist sicher ein Dilemma, aber es ist das geringere von zwei Übeln. Wenn man etwa einen oder zwei Joints am Tag raucht, glauben wir nicht, dass das den Patienten kurzfristig schadet."

Die Israelische Vereinigung für die Förderung von medizinischem Cannabis, die von Anfang an in das Projekt involviert war, sammelt derzeit Geld für Maschinen, die das Marihuana vaporisieren und somit die Inhalierung des Dampfes erlauben, ohne dass ein Joint angezündet werden muss. Fünf solcher Vaporisatoren werden bereits im Sheba-Krankenhaus eingesetzt.

Der 51jährige behinderte Armeeveteran Ran Gottlieb aus Gan Yavneh, der vor drei Monaten wegen einer schmerzhaften Rückenwirbelverletzung ins Krankenhaus eingeliefert worden war, hat seine Erfahrungen mit der Cannabis-Behandlung als sehr wohltuend empfunden. „Es half mir mit den Schmerzen, reduzierte erheblich die Krämpfe und verbesserte meine Stimmung", sagt er.

Dienstag, 24. November 2009

Wissenschaft: Cannabisextrakt Sativex kann Schmerzen von Krebspatienten reduzieren


Eine klinische Studie mit dem Cannabisextrakt Sativex bei Krebspatienten, die bereits im Jahr 2005 auf der Internetseite des Unternehmens GW Pharmaceuticals und in den IACM-Informationen veröffentlicht worden war, wurde nun in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht. Insgesamt wurden 177 Patienten, die an Schmerzen litten, die nicht ausreichend mit Opiaten kontrolliert werden konnten, in eine zweiwöchige Plazebo-kontrollierte Studie aufgenommen. Sie erhielten entweder Sativex, das gleiche Mengen an THC und CBD enthält (n = 60), einen THC-reichen Cannabisextrakt (n = 58) oder ein Plazebo (n = 59). Die Patienten nahmen während der Studie weiterhin ihre übrigen Schmerzmedikamente ein.

Die durchschnittliche Reduzierung der Schmerzen auf einer numerischen Skala war in der Sativex-Gruppe verglichen mit der Placebo-Gruppe signifikant überlegen ( -1,37 gegenüber -0,69). Die durchschnittliche Reduzierung in der THC-Extraktgruppe war dem Placebo nicht signifikant überlegen (-1,01 gegenüber -0,69). Verglichen mit der Placebo-Gruppe zeigten zweimal so viele Patienten, die Sativex (THC/CBD) einnahmen, eine Verbesserung der Schmerzreduzierung gegenüber dem Ausgangswert um mehr als 30 Prozent (43 Prozent gegenüber 21 Prozent), während es nur 23 Prozent in der THC-Gruppe waren. Die Forscher folgerten, dass ihre "Studie zeigt, dass THC:CBD-Extrakt wirksam bei der Linderung von Schmerzen bei Patienten mit fortgeschrittenem Krebs, die nicht vollständig durch starke Opiate gelindert werden, sein kann".

(Quelle: Johnson JR, Burnell-Nugent M, Lossignol D, Ganae-Motan ED, Potts R, Fallon MT. Multicenter, Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled, Parallel-Group Study of the Efficacy, Safety, and Tolerability of THC:CBD Extract and THC Extract in Patients With Intractable Cancer-Related Pain. J Pain Symptom Manage, 4. November 2009 [Elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

IACM: Ein neuer Artikeltyp gibt Hintergrundinformationen zu neuen wichtigen Forschungsergebnissen


Ein neuer Artikeltyp gibt Hintergrundinformationen zu neuen wichtigen Eine neue Art von Artikeln ("Artikel des Monats"), die im Allgemeinen einmal monatlich veröffentlicht und von dem neu gebildeten Herausgeberbeirat ausgewählt werden, wird das Herz der IACM-Online-Zeitschrift Cannabinoids. Diese Artikel sollen kurz über eine wichtige Veröffentlichung in einer anderen Zeitschrift mit Bedeutung für die medizinische Verwendung von Substanzen (Cannabis, Cannabinoide, etc.), die das Endocannabinoidsystem beeinflussen, berichten. Artikel des Monats sollen im Allgemeinen von Mitgliedern des Herausgeberbeirats geschrieben werden, können jedoch auch von eingeladenen Autoren abgefasst werden. Sie sollen wie die IACM-Informationen in fünf Sprachen erscheinen.

Der erste Artikel mit dem Titel "THC kann Symptome der Schizophrenie verbessern" von Franjo Grotenhermen wurde am 21. November veröffentlicht. Mitglieder des Herausgeberbeirats sind: Arno Hazekamp, Barbara Costa, Beat Lutz, Bela Szabo, Daniela Parolaro, Donald Abrams, Ethan Russo, Franjo Grotenhermen, Javier Fernández-Ruiz, John Zajicek, Kirsten Müller-Vahl, Manuel Guzman , Mark Ware, Mauro Maccarrone, Philip Robson, Raphael Mechoulam, Richard E. Musty, Robert Melamede, Roger Pertwee, Ruth Ross, Vincent Maida, Vincenzo Di Marzo, William Notcutt.

Innsbruck: Hanf: Neuer Wirkmechanismus von Inhaltstoffen für die Behandlung entzündlicher Erkrankungen gefunden


Die ForscherInnen der Sektion für Biologische Chemie des Biozentrums Innsbruck haben in Zellkulturen die Wirkung von Cannabinoiden, das sind Inhaltsstoffe von Cannabis (Hanf), untersucht. Dabei analysierten und verglichen sie THC (delta-9-Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol). THC ist der aus Blüten von Cannabispflanzen isolierbare Wirkstoff, der aus rechtlichen Gründen mit aufwendigen Verfahren aus THC-armem Nutzhanf gewonnen werden muss. Die entzündungshemmende Wirkung von THC ist bereits bekannt, THC ist außerdem schmerzlindernd, hemmt Übelkeit und Erbrechen und wirkt stimmungsaufhellend. Als Betäubungsmittel ist es verschreibungspflichtig und wird vor allem bei AIDS, COPD und Krebserkrankungen verabreicht. Daneben reduziert THC muskuläre Krämpfe bei Multipler Sklerose sowie bei Querschnittslähmungen und zeigt Wirkung bei akuter Migräne. Unerwünschte Wirkungen von THC reichen von Benommenheit, Euphorie bis zu Gedächtnisstörung, Koordinationsstörungen und Lethargie. Bei entsprechender Anfälligkeit kann es auch zu Angst- und Panikreaktionen kommen. Diese psychoaktiven Eigenschaften schränken die therapeutische Anwendung von THC ein und rückten das die Psyche nicht beeinträchtigende CBD in den Mittelpunkt des Interesses der internationalen Pharmaforschung.

Lebensqualität der PatientInnen verbessern
Die Ergebnisse der Innsbrucker ForscherInnen belegen, dass THC und CBD unter anderem das Tryptophan abbauende Enzym Indolamin-2,3-dioxygenase (IDO) in stimulierten Immunzellen hemmen. Tryptophan ist eine Aminosäure, die nur über die Nahrung aufgenommen werden kann und die im Körper unter anderem als Vorläufer für verschiedene Botenstoffe dient. Die Hemmung des immunologisch induzierten Tryptophanabbaus durch Cannabinoide deutet auf einen neuen Aspekt deren neurologischer Wirkung hin: Durch eine erhöhte Verfügbarkeit von Tryptophan bei PatientInnen unter Therapie mit THC oder CBD könnte die Serotoninbildung und damit das serotonerge System profitieren. Die Wirkung von CBD ist um das zwei- bis vierfache stärker als bei THC. Dieser Befund steht in engem Zusammenhang mit der beobachteten Hemmung der T-Zell Aktivierbarkeit und damit der antientzündlichen Kapazität dieser Wirkstoffe. „Die Hemmung des Tryptophanabbaus durch Cannabinoide könnte daher bei Patienten mit verschiedensten chronischen Immunpathologien und assoziierten neuropsychiatrischen Symptomen die Lebensqualität verbessern“, ist Forscher Dietmar Fuchs überzeugt.

Anwendungsmöglichkeit erweitert
„Unsere vielversprechenden Ergebnisse könnten die therapeutischen Anwendungsmöglichkeit von Cannabinoiden deutlich erweitern“, sagt Fuchs. „Deren Einsatz könnte bei verschiedensten Erkrankungen erwogen werden, die mit einer chronisch aktivierten Immunreaktion verbunden sind, so zum Beispiel bei Infektionskrankheiten, Sepsis, Autoimmunitätsyndromen und bösartigen Tumorerkrankungen, aber auch bei neurodegenerativen Erkrankungen.“ Bei diesen Krankheiten korreliert der gesteigerte Tryptophanabbau in der Regel mit dem Ausmaß und der Aktivität der Erkrankung sowie mit der Lebensqualität der Patienten. Der von Marcel Jenny im Team von Dietmar Fuchs und seinen MitarbeiterInnen entdeckte neue Wirkungsmechanismus für Inhaltstoffe von Cannabis wurde kürzlich im Journal of Neuroimmunology publiziert.

Marihuana als Alternative zum Therapeuten?

Cannabis könnte Posttraumatische Belastungsstörungen lindern
Eine Studie der Psychologin Irit Akirav von der Universität Haifa zeigt, wie Cannabis bei der Behandlung Posttraumatischer Belastungsstörungen (PTBS oder PTSD) helfen könnte. Diese entstehen, wenn Menschen lebensbedrohlichen Situationen ausgesetzt sind - etwa bei Naturkatastrophen, Attentaten oder Kriegsgeschehnissen. Vor Allem bei Soldaten, die im Irak oder in Afghanistan stationiert waren, nahm die Zahl solcher Erkrankungen in den letzten Jahren stark zu.
Akirav beschäftigt sich seit Langem mit der Wirkung von Cannabinoiden auf das Gedächtnis, erlernte Reaktionen und Traumata. In einer zusammen mit der Studentin Eti Ganon-Elazar durchgeführten und im Journal of Neuroscience veröffentlichten Studie[1] legt sie nun dar, dass die Aktivierung von Cannabinoid-Rezeptoren im basolateralen Kernkomplex der Amygdala (BLA) den verstärkenden Effekt von Stress bei der Konditionierung ausgleicht.

Für die Studie untersuchten die Beiden an einer Gruppe von Ratten, wie lange diese benötigten, um ein traumatisches Erlebnis ohne Hilfe zu bewältigen. Dazu wurden die Tiere in einem auf der einen Seite weiß und auf der anderen schwarz gestrichenen Käfig gegeben. Man setzte die Ratten im weißen Bereich aus, worauf hin diese sich - ihrem Instinkt folgend - in die schwarze Hälfte aufmachten, wo sie jedoch mit einem Stromstoß begrüßt wurden. Diese Stromstöße führten zu einer temporären Meidung des schwarzen Bereichs, die jedoch relativ schnell wieder verlernt wurde.

Eine zweite Gruppe von Ratten setzte man nach dem Stromstoß auf ein schmales Podest, was zum traumatischen Erlebnis Stress hinzufügte. Diese zweite Gruppe hielt sich sehr viel länger vom schwarzen Raumteil fern als die erste. Eine dritte Gruppe von Ratten behandelte man wie die zweite, injizierte ihnen aber das synthetische Marihuana in die Amygdala, bevor man sie auf das Podest setzte. Obwohl die Ratten aus dieser Gruppe ebenfalls dem zusätzlichen Stress ausgesetzt waren, überwanden sie ihre Angst vor dem schwarzen Raumteil ähnlich schnell wie diejenigen aus der ersten.

Den Ansatz, Posttraumatische Belastungsstörungen medikamentös zu bekämpfen, verfolgt man bereits seit Jahren mit verschiedenen Substanzen, darunter das Stresshormon Cortisol und der Betablocker Propranolol, bei dem ähnliche Experimente vielversprechende Ergebnisse lieferten. Auch mit Cannabis hatte der Pharmazeut Rafael Meshulam an der Jerusalemer Universität bereits vor Jahren positive Wirkungen erzielt, als er es traumatisierten Mäusen verabreichte.

In Kroatien dürfen Kriegsveteranen mit Posttraumatischen Belastungsstörungen mittlerweile sogar Marihuana zur Selbstbehandlung züchten. Das entschied im Sommer der Obersten Gerichtshofes des Landes in einem Berufungsverfahren gegen einen Mann, der im Jugoslawienkrieg gekämpft hatte und seitdem an einer PTBS leidet. Insgesamt sollen in dem Land etwa 18.000 ehemalige Soldaten teilweise deutlich erwerbsfähigkeitsmindernde PTBS-Symptome aufweisen, weitere 1.700 verübten seit Kriegsende Selbstmord.

Montag, 23. November 2009

Anwendung von Cannabis bei der Schmerztherapie


Die Wirkung der Hanfpflanze ist Medizinern und Ärzten bereits seit vielen Jahrtausenden vertraut. Lang verteufelt und geächtet feiert sie nun eine erfolgreiche Wiederkehr in der Medizin. In Kürze werden bei einer Messe, die in der Nähe von Wien stattfindet, neue Errungenschaften in Bezug auf die Cannabis-Medizin von Wissenschaftlern der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Ein Allgemeinmediziner, der zugleich auch Vorstand der Arbeitsgemeinschaft „Cannabis als Medizin“ ist, äußerte sich positiv zum kontrollierten Anbau der Hanfpflanze für die Medizin, die in Gewächshäusern in Holland gezüchtet wird. Er erklärte, dass der kontrollierte Anbau eine absolut reine Gattung garantiere, die für den medizinischen Gebrauch eine bedeutende Rolle spiele. Zusätzlich liefere Cannabis zwischen 40 und 60 verschiedene Cannabinoide, die teilweise auch in der Medizin verwendet werden. Nach Angaben des Arztes wirkt der Hauptbestandteil muskelrelaxierend, beruhigend, stimmungsaufhellend, appetitanregend, übelkeitshemmend sowie schmerzstillend, bronchenerweiternd und augeninnendrucksenkend.

Bedenken einer Überdosis habe der Allgemeinmediziner nicht, da bei einer Schmerztherapie auf genaueste Beigaben geachtet werde. Auch Patienten, die unter MS leiden, bringe die Therapie spürbare Erleichterung gegen die Tagesmüdigkeit und Depressionen. In der Geriatrie sorgt die Substanz der Cannabispflanze aufgrund ihrer relaxierenden Wirkung deutlich mehr für Ruhigstellung als ihre chemischen Brüder und Schwestern. Einen Freibrief zum Kiffen gäbe es laut Angaben des renommierten Mediziners natürlich nicht, da ein herkömmlicher Joint, der zwischen 80 und 150 Milligramm beinhalte mit einer wirksamen medizinischen Dosis, die bei maximal 30 Milligramm liegt, nicht zu vergleichen wäre.

Cannabis: Anbauen für die Medizin

Neuheiten in der Cannabis-Medizin bei Cultiva-Messe in Wien - Klassischer Einsatz liegt in der Schmerztherapie

Wien - Seit Jahrtausenden sind die Wirkstoffe des Hanfs (Cannabis sativa) bekannt. Die lange "verteufelte" Pflanze feiert nun ein langsames, aber erfolgreiches Comeback in der Medizin. Bei der Cultiva-Messe, die vom 27. bis 29. November in Vösendorf nahe Wien stattfindet, werden Neuheiten in der Cannabis-Medizin von Experten der Öffentlichkeit präsentiert.

Kontrollierter Anbau in Holland
"Cannabis, das in der Medizin verwendet wird, wird in Glashäusern in Holland kontrolliert angebaut", so der Allgemeinmediziner Kurt Blaas, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft "Cannabis als Medizin". Der kontrollierte Anbau gewährleistet eine reine Sorte mit den gleichen Gehalten an Inhaltsstoffen. Dies sei für die medizinische Anwendung wichtig.

Einsatz in der Schmerztherapie
"Eine Hanfplanze liefert zwischen 40 und 60 verschiedene Cannabinoide. Zwei der Substanzen, Dronabinol und Cannabidiol, werden in der Medizin angewendet", so Blaas. Das Dronanbinol - auch Delta-9-THC genannt - ist ein aus der Pflanze gewonnener Wirkstoff, der sich für verschiedene Leiden anwenden lässt. "Die Substanz wirkt muskelrelaxierend, beruhigend, stimmungsaufhellend, appetitanregend, übelkeitshemmend, schmerzstillend, bronchienerweiternd und augeninnendrucksenkend", erklärt der Arzt.

"Eine Überdosis ist praktisch ausgeschlossen", so Blaas. Der klassische Einsatz liege ganz sicher in der Schmerztherapie. Aber auch MS-Patienten bringe es eine Erleichterung, da Dronabinol die Tagesmüdigkeit verringert und gegen Depressionen hilft. "Auch in der Geriatrie hat sich Dronabinol aufgrund der relaxierenden Wirkung bewährt und bringt im Vergleich mit chemischen Keulen zum Ruhigstellen deutliche Vorteile."

Kontrolle des Cannabis-Gebrauchs durch Arzt
Für eine Legalisierung von Cannabis tritt Blaas nicht ein, wohl aber für eine Entkriminalisierung. "Wir wollen das natürliche Cannabis für die medizinische Anwendung fördern, denn dadurch ergibt sich eine breitere Behandlungspalette", erklärt der Mediziner. Es müsse die therapeutische Sicherheit gewährleistet werden. "Dazu gehört der kontrollierte Anbau, um eine kontinuierliche Qualität zu sichern. Zudem muss die medizinische Anwendung auf alle Fälle von qualifizierten Ärzten kontrolliert werden."

Kein Freibrief zum Kiffen
Einen Freibrief zum Kiffen gibt der Mediziner nicht. "Eine physische Abhängigkeit von Cannabis gebe es zwar nicht, eine psychische jedoch schon. "Ein klassischer Joint liefert zwischen 80 und 150 Milligramm Cannabis, die medizinisch wirksame Dosis liegt hingegen zwischen 7,5 und 30 Milligramm", erklärt Blaas. Zudem liefere ein Joint 20 mal mehr Ammoniak, drei- bis fünfmal mehr Stickstoffmonoxid und Blausäure als eine Zigarette.

Bio-Tranquillizer bei richtigen Dosis
"Man hört immer wieder, dass Cannabis Angstzustände auslösen kann", meint der Mediziner. Das treffe bei hoher Dosierung auch wirklich zu. "Wir haben allerdings sehr gute Erfolge bei der Behandlung von Depressionen, Panikreaktionen, Angstattacken und auch bei Burn-Out." Man könne Cannabis in der richtigen Dosierung als idealen Bio-Tranquillizer ohne Nebenwirkung bezeichnen.

"Wir müssen endlich davon loskommen, beim Stichwort Cannabinoide sofort an Rauschgift zu denken", bringt der Wiener Schmerzmediziner Hans-Georg Kress vor. "Die Substanzen sind wirksame Arzneimittel für kranke Menschen."